Kainkollektiv erzählt Geschichten aus Opel-Stadt

Schauspielhaus Bochum

Ein Werk verschwindet: Seit 1962 produziert Opel Autos in Bochum, Ende des Jahres ist Schluss. Aber produziert ein Stück Industriegeschichte automatisch Geschichten, die es lohnt, auf der Theaterbühne zu erzählen? Kainkollektives Recherche-Stück "Die Kinder von Opel" lässt die Besucher des Schauspielhauses Bochum etwas ratlos zurück.

BOCHUM

, 19.10.2014, 14:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kainkollektiv erzählt Geschichten aus Opel-Stadt

Gabriele Sommer behandelt als Osteopathin Opel-Arbeiter mit Rückenbeschwerden.

Zum Abschluss des Detroit-Projekts hatten die Performer der Truppe Kainkollektiv in Bochum nach Menschen gesucht, die irgendwie mit dem Opel-Werk verbunden waren oder sind. Sie führten Interviews und holten sechs von ihnen ins Theater Unten, den kleinen Kellerraum des Schauspielhauses.

Um einen Leerraum ("die Gegenwart") bauten sie noch kleinere Räume für sie und ihre Geschichten. Bevor sie diese erkunden, hören die 50 Zuschauer ein einführendes Hörspiel, das das Netz einer geopolitischen Erzählung zwischen Motown (Detroit), Botown (Bochum) und Rüsselsheim spannt und Kapitalismuskritik aufscheinen lässt.Kein Aha-Erlebnis

Heruntergebrochen auf den Alltag der Menschen gerät die geopolitische Erzählung in den Hintergrund. Getrieben von der Schichtwechsel-Sirene erfahren die Besucher im ständigen Raumwechsel, warum Ingenieur Hilmar Born ein Opel-Museum in Herne gegründet hat.

Er lernt Basta-Frau Gabriele Sommer kennen, die als Osteopathin Opel-Arbeiter mit Rückenbeschwerden behandelt, oder Arbeiterkind und Barkeeper Sercan Gögsen, der an der E-Gitarre "Opel Gang" von den Toten Hosen covert.

Ein Aha-Erlebnis, eine tiefere Einsicht, eine künstlerische Anverwandlung oder Umformung der Verhältnisse destilliert sich aus dem Stimmengewirr dieser Uraufführung allerdings nicht.

 

Termine: 23./30.10.; Karten: Tel. (0234)33335555.