Kampmann will vorzeitig in den Ruhestand

rnUnnas Technischer Beigeordneter

Unnas Bauverwaltung bleibt weiterhin kopflos: Der Technische Beigeordnete kehrt wohl nicht mehr ins Rathaus zurück, will stattdessen vorzeitig in den Ruhestand.

Unna

, 10.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Für die technischen Fachbereiche im Rathaus wird die Stadt einen neuen Verantwortlichen suchen müssen. Der seit Monaten krankgeschriebene Beigeordnete Ralf Kampmann scheint nicht mehr in sein Büro zurückkehren zu wollen. Er soll einen Antrag auf vorzeitige Entlassung aus dem Dienst gestellt haben, ist aus politischen Kreisen zu vernehmen. Erwartet wird ein Verfahren zur Neubesetzung der Stelle schon kurz nach der Sommerpause.

Bürgermeister Werner Kolter soll die Mitglieder des Stadtrates über diese Entwicklung in Kenntnis gesetzt haben. Kolters Referent Oliver Böer wollte dies weder bestätigen noch dementieren: Es handele sich um eine Personalangelegenheit, und dazu nehme das Rathaus prinzipiell keine Stellung. Es sei aber richtig, dass Kampmann zurzeit erkrankt und nicht im Dienst sei.

Die Abwesenheit des Technischen Beigeordneten zieht sich nach Quellen im Rathaus bereits über mehrere Wochen hin und lähmt die Arbeit im Dezernat 3 (Immobilienmanagement, Bauleitplanung, Bauordnung, Straßen- und Verkehrswesen) erkennbar. Sie trifft diesen Teil der Stadtverwaltung in einer Zeit, in der Unna eine besondere Dichte an Projekten bearbeiten will. Mehrere Stimmen aus der Politik sprechen von einer deutlichen Überforderung des Baubereiches durch Personalmangel. Bürgermeister Werner Kolter wird mit der Information zitiert, dass inzwischen „wesentliche Teile“ der Arbeit in der Bauverwaltung an externe Büros vergeben würden.

Sein Referent Oliver Böer relativiert dies: Es sei richtig, dass es zurzeit urlaubs- und krankheitsbedingt eine geringere Personalstärke in der Bauverwaltung gebe. Sie sei aber grundsätzlich handlungsfähig. Externe Fachleute als Verstärkung hinzuzuziehen, sei auch bisher schon ein Weg gewesen, um auf ein höheres Arbeitsaufkommen zu reagieren. Böer verwies auf die Deckenüberprüfung und -sanierung in den Turnhallen, die in kürzester geleistet werden musste.

Zumindest in einem Punkt scheint es dem Rathaus nun gelungen zu sein, die Personalsituation zu lindern: Uwe von Hofen, Bereichsleiter für die Bauleitplanung, soll der Verwaltungsspitze zugesagt haben, seinen Ruhestandseintritt um einige Monate nach hinten zu verschieben, um eine nahtlose Übergabe an einen Nachfolger zu ermöglichen. Die Stelle ist bereits ausgeschrieben, aber noch nicht besetzt worden. Bürgermeisterreferent Böer erwartet, dass dies im Laufe des Jahres geschehen werde.

Der Vorruhestandsantrag von Ralf Kampmann wird in politischen Kreisen ambivalent bewertet: Unna verliere einen wichtigen Mann. Nach der langen Abwesenheit würde Kampmanns Entscheidung aber auch die Tür für eine Neuvergabe seiner Aufgaben bedeuten: Es würde sich wieder jemand darum kümmern.