Kann eine Klinik das Kopftuch verbieten?

Bundesarbeitsgericht verhandelt

Kopftuch-Debatte in einer evangelischen Klinik. Weil eine Muslima mit Kopftuch arbeiten wollte, stellte - ein evangelisches Klinikum in Bochum sie vom Dienst frei. Am Mittwoch verhandelt das Bundesarbeitsgericht den Fall. Es ist der erste Fall dieser Art vor dem höchsten deutschen Arbeitsgericht.

Erfurt/Bochum

23.09.2014, 12:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
In manchen Krankenhäusern ist das Kopftuch-Tragen verboten, andernorts - wie hier in einem Lübecker Krankenhaus - erlaubt.

In manchen Krankenhäusern ist das Kopftuch-Tragen verboten, andernorts - wie hier in einem Lübecker Krankenhaus - erlaubt.

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Die heute 36-jährige Frau hatte jahrelang an einer Bochumer Klinik gearbeitet. Nach einer längeren Pause entschied sie, künftig mit einem Kopftuch zum Dienst zu erscheinen, wie ihr Anwalt berichtete. Die Klinik stellte sie daraufhin frei. Das Krankenhaus in evangelischer Trägerschaft ist der Ansicht, aufgrund seiner konfessionellen Ausrichtung Mitarbeitern das Tragen eines Kopftuchs verbieten zu können. Die Mitarbeiter seien verpflichtet, sich loyal zu verhalten. Deutschlands höchstes Arbeitsgericht verhandelt das erste Mal einen Kopftuchstreit bei einem kirchlichen Arbeitgeber, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Die Klägerin beruft sich auf ihre Religionsfreiheit und verlangt ihren ausstehenden Lohn. Der Fünfte Senat dürfte bei einer Entscheidung zwei Positionen gegeneinander abwägen: Das Recht auf Religionsfreiheit und das kirchliche Selbstbestimmungsrecht, wonach Kirchen ihre Angelegenheiten selbst ordnen dürfen. Das wirkt sich auch auf das Arbeitsrecht aus, etwa im Umgang mit Scheidung, Wiederheirat oder Kirchenaustritt.

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