Kardinal Meisner vergreift sich im Ton

Kritik von Muslimen

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat mit einer Äußerung über Muslime Empörung ausgelöst. Meisner bedauerte am Mittwoch in einer Stellungnahme, dass seine Äußerung Irritationen ausgelöst habe. Wir zeigen seine Aussagen im Video.

Köln

, 29.01.2014, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kardinal Joachim Meisner in seiner Residenz. Foto: Oliver Berg

Kardinal Joachim Meisner in seiner Residenz. Foto: Oliver Berg

Doch nun ist Meisner dran, der das Grußwort des Buchs geschrieben hat und Argüello bereits seit über 20 Jahren persönlich kennt. Er schätzt den Mann, befürwortet der anschließenden Rede zufolge auch den "Camino", den Weg des Neokatechumenats. Dessen Leitwort lautet folgendermaßen:

Das kommt nicht bei allen Geistlichen gut an, auch Meisner spricht in seiner Rede davon, dass eine Frau ihm von ihrer Angst gegenüber den Neokatechumenisten erzählt habe. Doch Meisner befürwortet den "Camino" und lässt sich gleich zu Beginn seiner Rede zu einem Satz in Richtung Argüello hinreißen, der im Laufe des Mittwochs einen Sturm der Entrüstung entfacht, obwohl die Aussage bereits am Freitag vergangener Woche (24. Januar) getätigt wurde: "Ich sag immer: Eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien."

Der Zusammenhang ist an dieser Stelle seiner Rede keinesfalls deutlich. Die Kritik an Meisners Äußerung ist entsprechend scharf: Der Zentralrat der Muslime sprach von "Sarrazin-ähnlichen Äußerungen". Glaubt Meisner tatsächlich, katholische Kinder seien mehr wert als muslimische? NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), selbst Mitglied des Zentralkomitees deutscher Katholiken, kritisiert: "Eine abgestufte Wertigkeit von Familien und damit von Kindern je nach Herkunft oder Religionszugehörigkeit verstößt nicht nur gegen unsere Verfassung, sie ist auch alles andere als christlich."  Am Nachmittag reagiert Meisner per Stellungnahme: "Es war keineswegs meine Absicht, Menschen anderen Glaubens damit zu nahe zu treten", versichert er. "Meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich." Er hätte zudem schon verschiedentlich gesagt, "dass muslimische Familien unserer überalternden Gesellschaft in manchem ein Beispiel geben. Es ging mir darum, meine Wertschätzung für die Familien des Neokatechumenalen Wegs und ihr beispielhaftes apostolisches Wirken hervorzuheben." Ob die Aufregung berechtigt ist oder nicht, können Sie selbst entscheiden: Im Video sehen Sie die ganze Rede von Kardinal Meisner ab Minute 87.47: