Katholiken in NRW rufen zum Widerstand gegen den Vatikan auf

Segnungsverbot

Der Vatikan hat mit der Entscheidung, homosexuelle Paare in der Kirche nicht segnen zu wollen, für viel Unmut gesorgt. Jetzt rufen prominente Katholikenverbände zum Widerstand auf.

Aachen

19.03.2021, 20:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Vertretung der katholischen Gläubigen im Bistum Aachen hat zur Missachtung des vom Vatikan erlassenen Verbots der Segnung homosexueller Paare aufgerufen.

Die Vertretung der katholischen Gläubigen im Bistum Aachen hat zur Missachtung des vom Vatikan erlassenen Verbots der Segnung homosexueller Paare aufgerufen. © picture alliance / dpa

Die Vertretung der katholischen Gläubigen im Bistum Aachen hat zur Missachtung des vom Vatikan erlassenen Verbots der Segnung homosexueller Paare aufgerufen. Der Diözesanrat forderte Bischof Helmut Dieser am Freitag auf, das Verbot zurückzuweisen.

"Gott liebt und segnet alle Menschen"

„Gott liebt und segnet alle Menschen“, schrieb der Diözesanrat in einer Stellungnahme. „Wenn Menschen ihre von Liebe und Verantwortung getragene Partnerschaft unter Gottes Segen stellen wollen, kann die Kirche den Segen nicht verweigern.“

Deshalb wende sich der Diözesanrat entschieden gegen das Verbot der Glaubenskongregation. „Wir ermutigen alle Seelsorger*innen im Bistum Aachen, öffentlich zu ihrer Segnungspraxis zu stehen. Sie haben dafür die volle Rückendeckung einer großen Mehrheit der Katholik*innen.“

Kölner Katholiken kritisieren den Vatikan

Auch der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln kritisierte den Vatikan. „Die Kirche hat im letzten Jahr noch das Gitter um den Kölner Dom gesegnet, sagt aber, die Liebe von zwei gleichgeschlechtlichen Menschen kann man nicht segnen. Das ist nicht die Zusage Gottes an die Menschen, wie wir sie verstehen“, schreibt der Vorsitzende Tim-O. Kurzbach in einer Stellungnahme.

Die Glaubenskongregation hatte am Montag klargestellt, dass die Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Paare zu segnen. Unzulässig sei jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne.

dpa

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