Katzen sind goldig – auch auf der Kinoleinwand

Film "Bob der Streuner"

Eine Kinoballade über einen obdachlosen Junkie, der die Kurve in ein besseres Leben kriegt. Nicht zuletzt, weil ein anderer Obdachloser ihm beisteht und sein Freund wird: eine Katze namens Bob! Hört sich an wie ein Kindermärchen, hat sich aber im wahren Leben ereignet. "Bob, der Streuner" ist die Verfilmung der Geschichte des Straßenmusikanten James Bowen, der sie in einem Buch aufgeschrieben hat, das 2012 zum Bestseller wurde.

NRW

, 16.01.2017, 17:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Give me five: Bob mit seinem echten Herrchen James Bowen (l.) und dem Hauptdarsteller Luke Treadaway.

Give me five: Bob mit seinem echten Herrchen James Bowen (l.) und dem Hauptdarsteller Luke Treadaway.

Wie mein elendes Dasein durch einen Stubentiger eine glückliche Wendung nahm. Roger Spottiswoode macht einen Wohlfühl-Film mit Kater daraus, findet aber auch herbe Bilder für das Leben in der Gosse, wie es James (überzeugend: Luke Treadaway) vor seinem Absprung aus der Drogenszene führte.

Auf den Straßen Londons

Da war er eine arme Sau auf den Straßen Londons, die mit der Gitarre ein paar Pfund einspielte und auf Hinterhöfen nächtigte. Eine verlorene Seele, die dem eigenen Vater peinlich ist. Seine Betreuerin besorgt James eine Sozialwohnung, ein erste Lichtblick. Eines Tages steht ein rot getigerter Kater auf der Matte, den keiner zu vermissen scheint. James füttert ihn durch, das Mädel von nebenan tauft den Streuner Bob, Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Der Clou: Die Filmkatze ist der originale Bob, der im Abspann mit dem wahren James zu sehen ist.

 

Oh ja, Katzen sind goldig, nicht nur auf YouTube. Unser Bob steht auf James' Schulter, schmiegt sich an ihn wie ein Nackenkissen, schnurrt behaglich, guckt überaus weise und verströmt eine Gelassenheit, die einen hibbeligen Junkie wieder an das Gute glauben lässt. Nebenbei öffnet der Vierbeiner den Passanten Herz und Geldbeutel: Mit Bob auf seiner Gitarre verdient James viel, viel mehr beim Musizieren.

Film überzuckert nicht

Dramaturgisch darf es nicht zu glatt gehen. Katze da - alles in Butter, wäre auch verlogen. James muss durch ein Zerwürfnis mit der schönen Nachbarin (Ruta Gedmintas), härter noch durch einen Entzug, als er das Methadon absetzt. Saurer Realismus, der verhindert, dass ein sympathischer Film überzuckert.

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