Kaya Yanar kann in Bochum überzeugen

Auftritt im Ruhr Congress

Mit "Planet Deutschland" zog es Comedian Kaya Yanar am Sonntag mal wieder in den Ruhr Congress. Und in seinem neuen Programm dreht es sich bei Yanar rund um das Land, das er mit all seinen Macken und Fehlern liebt, das er seine Heimat nennt und das ihm seit einigen Jahren Heimweh beschert. Denn der Liebe wegen zog er in die Schweiz.

BOCHUM

02.05.2016 / Lesedauer: 3 min
Kaya Yanar kann in Bochum überzeugen

Kaya Yanar zeigte sich im Ruhr Congress mal wieder als Ulknudel, die sich oft und gerne selbst aufs Korn nimmt.

Bei einem seiner letzten Besuche in Bochum suchte er sie noch – Frau Yanar. Jetzt ist sie Teil seines Programms: Sie, die Yanar seit geraumer Zeit versucht "von hinten durch die Brust ins Auge Richtung Deutschland zu schieben", wie er verrät. Bisher blieb Yanar hiermit erfolglos. Denn seine Liebste ist ihrer Heimat treu ergeben und denkt nicht einmal im Traum daran, nach Deutschland zu ziehen. Für Yanar ein Albtraum, denn er habe jetzt schon Angst, seine zukünftigen Kinder nicht zu verstehen.

Schleicher auf rechter Spur

Was er dagegen mag, das seien die verschiedenen Dialekte, die Deutschland zu bieten hat. Bayrisch und Hessisch zum Beispiel nehmen große Teile seines Programms ein. Und das kommt beim Publikum, das mehr als einmal dicke Tränen lacht und sich vor Lachen auf seinen Stühlen schüttelt, auch so gut an, weil es sich in Yanars Gags so verdammt gut wieder erkennt.

Schimpfende und rasende Deutsche auf der Autobahn, verpönte Schleicher auf der rechten Spur, deutsche Urlauber in ihrer zweiten Heimat Mallorca – Yanar lässt Klischees und Tatsachen wie Pistolenschüsse auf die Zuschauer los und lässt diesen teilweise nur wenig Zeit zum Atmen. Nur hin und wieder wird so manche Nummer etwas zu langatmig. Doch auch das verzeiht man Yanar wieder, wenn der nächste gut sitzende Gag folgt – und er kommt gewiss.

Ranjid nur am Rande

Figuren wie Ranjid oder Hakan, mit denen Yanar berühmt wurde, kommen in "Planet Deutschland" nur noch am Rande vor – etwa dann, wenn Yanars "Ranjidsyndrom" zum Vorschein kommt. Mit diesem habe er mittlerweile selbst im Alltag zu kämpfen: "Wenn man ständig andere Charaktere spielt, weiß man irgendwann nicht mehr, wer man ist." Jedes indische Wort löse es aus und manchmal sei es nur schwer zu kontrollieren. Dann werde er zum kopfwackelnden Inder Ranjid, vergesse, dass er eigentlich Kaya sei. Etwa bei der ersten Yogastunde mit der Liebsten, die in einem Rauswurf und im Liebeskrach endete.

"Ich kann nichts dafür, dass ich so albern bin", sagt Yanar mit einem Schmunzeln. Es sei ihm vergeben, denn beim Publikum kommt das immer noch sehr gut an.

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