Kein Platz für Krawall

"Oststadt in Harmonie"

Vor vier Jahren führte der Aufmarsch der Nazis noch mitten durch das Kaiserstraßenviertel und Körne. Chaotische Verhältnisse verbreiteten Angst und Schrecken bei den Anwohnern, viele trauten sich gar nicht vor die Tür. Davon war am Wochenende nichts mehr zu spüren. Die Oststadt zeigte sich in Harmonie.

KÖRNE

von Von René Langhoff

, 04.09.2011, 18:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Kette aus Menschen und Motiven führte am Tag von »Oststadt in Harmonie« aus der Innenstadt bis tief nach Körne hinein - ein deutliches Zeichen gegen Fremdenhass und Gewalt.

Eine Kette aus Menschen und Motiven führte am Tag von »Oststadt in Harmonie« aus der Innenstadt bis tief nach Körne hinein - ein deutliches Zeichen gegen Fremdenhass und Gewalt.

Im Körner Park leiteten „wortstarke“ Texte das Fest ein. Autoren lasen ihre Texte zum Thema Krieg und Widerstand vor und regten viele Besucher zum Nachdenken an. Ein paar Meter weiter auf der großen Bühne vor einem Supermarkt, wurde ein Event mit Festivalcharakter vorbereitet. Bis 22 Uhr sorgten Bands wie „Organic Raggae“ und „FunCasacade“ für Live-Music und gute Stimmung unter den Besuchern. „REWE rockt ist mittlerweile Kult geworden“, freute sich auch Heinz-Dieter Düdder, Mitorganisator von „Oststadt in Harmonie“. Auch optisch wurden Toleranz und Respekt in Körne sichtbar. So zierten Flaggen verschiedener Länder und bunte Motive den Straßenrand am Hellweg. 400 Kinder undErwachsene haben in mühevoller Kleinarbeit 25 000 Motive gemalt, die vonder Saarlandstraße bis nach Körne reichten.

„Gemeinsam Flagge zeigen“ heißt das beeindruckende Projekt das vom Jugendamt koordiniert wurde. „Eine tolle Sache, junge Menschen sollen sich altersgerecht mit Themen wie Toleranz und Respekt auseinander setzen“, findet Heinz-Dieter Düdder. Neben dem Festtrubel gab es auch stille Orte des Erinnerns. Eine Mahnwache gegen das Vergessen und zur Erinnerung an den Krieg und seine Opfer wurde an der Nordseite Lange Reihe eingerichtet. Die Organisatoren verstanden das Fest aber nicht als politische Veranstaltung. „Das hier ist keine politische Auseinandersetzung sondern eine gesellschaftliche Veranstaltung“,sagte Düdder. 

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