Kein Platz für Taxifahrer an Markttagen

Wattenscheider Innenstadt

Wenn Kirmes und Markt parallel in Wattenscheid stattfinden, müssten eigentlich die Kassen der Taxifahrer klingeln. Doch die Realität in der alten Freiheit sieht anders aus. Wattenscheids Taxifahrer haben an diesen wenigen Tagen im Jahr riesige Probleme.

BOCHUM

, 06.10.2015, 16:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kein Platz für Taxifahrer an Markttagen

Ein Taxifahrer rettete durch seine Aufmerksamkeit einem Mann in Bochum das Leben.

Denn dass sich ihre Standfläche für diese Tage in die Voedestraße verlagert, wissen oftmals weder die Kunden, noch andere Autofahrer. „Wir werden hier verbal angegangen und mit Schlägen bedroht“, sagt ein Taxifahrer, der ungenannt bleiben möchte. Er will eigentlich auf dem Seitenstreifen der Voedestraße genau gegenüber des Parkplatzes am August-Bebel-Platz parken und auf Kunden warten – doch ein Fahrzeug versperrt ihm seinen Stellplatz.

„Wir haben hier jedes Mal das gleiche Problem: Die Menschen wissen einfach nicht, dass sich unsere Standflächen hierhin verlagern“, sagt er. Und tatsächlich: Das Schild, auf dem steht, dass an Markttagen diese Fläche für Taxen vorgesehen ist, wird von vielen übersehen.

So greifen die Taxifahrer mitunter zu radikalen Maßnahmen und blockieren die geparkten Wagen – weil sie ansonsten rund um den August-Bebel-Platz gar keine andere Möglichkeiten zum Anhalten haben. Doch die Unwissenheit der Wattenscheider Autofahrer ist nicht das einzige Ärgernis für den Taxifahrer.

Beschwerden bei Stadt

„Auf unseren Stellplätzen stehen kaum Marktwagen“, sagt er und denkt, dass mit einer besseren Stellung der Händler die Stellflächen für die Taxen gut zu erreichen wären – und damit sich erst gar nicht das Problem ergeben würde, für das sich nach seiner Aussage niemand interessiere: „Wir haben schon oft genug beim Ordnungsamt um mehr Kontrollen rund um den Seitenstreifen in der Voedestraße gebeten, aber bisher ist nichts passiert“, sagt er.

Sollten sich die Taxifahrer wirklich an das Ordnungsamt melden, so sind sie dort allerdings an der falschen Adresse: „Zuständig ist das Straßenverkehrsamt. Das überwacht auch den ruhenden Verkehr“, sagt Stadtsprecher Oliver Trappe. Allerdings sei die Kontrolle der Taxiflächen dort keine Priorität: „Die Kollegen haben die Erfahrung gemacht, dass die Taxifahrer Verstöße an ihren Stellflächen direkt mit den Autofahrern regeln.“ So bleibt die Frage offen, ob das angesichts der zunehmenden Aggressionen, von denen die Taxifahrer berichten, noch lange eine praktikable Lösung ist.  

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