Kein Schaufenster für Projekt „ruhrmobil-E“

Entscheidung gegen Bochum

Die Entscheidung ist gefallen. Vier Regionen werden Schaufensterregion Elektromobilität. 180 Millionen Euro investiert der Bund. Doch das Ruhrgebiet und Bochum gehen leer aus. „Das Nordrhein-Westfalen so gar nicht berücksichtigt wird, finde ich schon krass“, sagt Ernesto Ruge vom Bochumer Verein ruhrmobil-E.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 04.04.2012, 17:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ernesto Ruge (l.), Sprecher des Bochumer Netzwerks ruhrmobil-E, erklärt das Konzept von Nahverkehr 2.0. Karl-Uwe Bütof, Ministerialdirigent im NRW-Wirtschaftsministerium hört zu.

Ernesto Ruge (l.), Sprecher des Bochumer Netzwerks ruhrmobil-E, erklärt das Konzept von Nahverkehr 2.0. Karl-Uwe Bütof, Ministerialdirigent im NRW-Wirtschaftsministerium hört zu.

Noch im Januar war die Euphorie groß. In die Jahrhunderthalle fuhr Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz mit einem glänzenden Opel-Ampera ein. Der Ministerialdirigent im NRW-Wirtschaftsministerium, Karl-Uwe Bütof, sagte: Am Schaufenster NRW führe kein Weg vorbei. Die Initiatoren einzelner Projekte träumten von der Realisierung: Zum Beispiel vom ruhrmobil-E-Konzept „Nahverkehr 2.0“, bei dem der öffentliche Nahverkehr um eine Flotte an Elektroautos und E-Fahrrädern ergänzt werden sollte. „Mit einer Karte wollen wir jede Form von Mobilität bieten“, sagte Ruge im Januar. Die Fahrt im Regionalexpress oder der S-Bahn, das E-Auto im Car Sharing (eng.: ein Auto, dass sich mehrere Personen teilen), das Fahrrad mit Elektromotor für die Kurzstrecken. Ort für den Modellversuch sollte Bochum sein.

Nun steht das Projekt auf der Kippe. „Es gibt durchaus weitere Fördertöpfe“, sagt Ernesto Ruge. Er gibt sich weiter kämpferisch, will an dem Projekt festhalten. „Gerade im Ruhrgebiet zeigen sich doch Mobilitätsprobleme, die es in anderen Regionen noch gar nicht gibt“, so Ruge. Man hoffe nun auf Gelder vom Land NRW. „Es gab sicherlich auch ein paar konzeptionelle Fehler bei der Bewerbung“, räumt Ruge ein. Mit 50 Einzelprojekten entlang der Bahnstrecke des Regional-Express‘ 1 von Dortmund nach Köln hatte sich NRW beworben. Im Januar lobte Bütof diese Vielfalt. Im Nachhinein wollte man vielleicht zu viel.