Keine Flüchtlinge an den Wischlinger Weg

Stadt kündigt Vertrag

Am Wischlinger Weg in Huckarde wird es nun doch keine Flüchtlingsunterkunft geben. Nach Unstimmigkeiten zwischen dem Bauunternehmen und der Stadt Dortmund hat die Verwaltung nun den Vertrag gekündigt. Wir erklären die Hintergründe.

HUCKARDE

, 29.09.2016, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Keine Flüchtlinge an den Wischlinger Weg

Still und verlassen liegt das vollständig erschlossene Grundstück am Wischlinger Weg. Vorerst soll es keinen Weiterbau geben. Das Gelände soll als Vorhaltefläche erhalten bleiben.

253 sogenannte Falt-Container für bis zu 420 Flüchtlinge hätten auf dem ehemaligen Acker aufgebaut werden sollen. Die Fertigstellung war bereits für Anfang 2016 vorgesehen, doch die Firma begann erst im Juli mit dem Aufbau und lieferte auch nur acht Stück. Laut Stadtsprecherin Katrin Pinetzki setzte die Stadt dem Unternehmen mehrere Fristen, die nicht eingehalten wurden. Daraufhin kündigte die Stadt den Vertrag mit dem Unternehmen.

Kein Weiterbau der Unterkunft

Weil aber die Zahl der Flüchtlinge, die Dortmund erreichen, stark abgenommen hat, strebt die Stadt auch keinen Weiterbau der Flüchtlingsunterkunft an. Der Standort wird aktuell nicht benötigt. Weiterhin bestehen bleiben die Zeltunterkünfte für Flüchtlinge wenige Hundert Meter weiter am Revierpark Wischlingen, die ebenfalls nicht ausgelastet sind.

Bezirksbürgermeister Harald Hudy reagierte gelassen auf die Nachricht, es sei ja kein Schaden entstanden. „Das voll erschlossene Grundstück bleibt als Vorhaltefläche erhalten, falls die Flüchtlingszahlen wieder ansteigen.“ In der Huckarder Bezirksverwaltungsstelle wird die Absage keine Folgen haben. Eine Bürgerinformation zum Standort Wischlinger Weg war zwar angedacht, konkrete Planungen hatte es aber noch nicht gegeben.

Bürgerschaftliches Engagement geht weiter

Auch auf das bürgerschaftliche Engagement wird die Entscheidung keinen Einfluss haben, glaubt Pfarrer Michael Ortwald Patoralverbund am Revierpark. Die Huckarder haben tüchtig Sachspenden gesammelt, die bereits an Flüchtlinge weitergeleitet wurden. „Dank einiger Huckarder Vermieter haben wir fünf Familien in richtige Wohnungen vermitteln können“, berichtet Ortwald. Das freut auch Harald Hudy: „Wohnungen sind Containern sowieso vorzuziehen.“ Beide glauben, dass die bürgerschaftliche Flüchtlingshilfe in Huckarde auch ohne die Unterkunft weiterhin lebendig bleiben wird.

Mittlerweile hat das Bauunternehmen seine Baumaschinen abgeholt, die bereits aufgebauten Container und die bereits fertigen Fundamente sind geblieben. Das Grundstück liegt verlassen und still, so wie es vor der Erschließung war.