"Keine Zeit verlieren" bei Opel

Abfindungsprogramm und Hilfen

Für die Beschäftigten von Opel in Bochum gibt es ab sofort ein Abfindungsprogramm. Gleichzeitig will das Unternehmen möglichst viele Mitarbeiter in neue Berufe vermitteln, obwohl der Sozialtarifvertrag noch nicht unterschrieben ist.

BOCHUM

, 17.02.2014 / Lesedauer: 3 min
"Keine Zeit verlieren" bei Opel

Auch ohne Sozialtarifvertrag hat Opel seinen Beschäftigten in Bochum ein Abfindungsprogramm und Vermittlungshilfen in andere Berufe zugesichert.

Der Werksleiter machte einmal mehr deutlich, dass die Fahrzeugproduktion bei Opel in Bochum wie angekündigt Ende dieses Jahres ausläuft. Der Astra Classic wird sogar nur bis Ende März produziert. Opel bleibt mit einem Warenverteilzentrum in Bochum: Dort investiert das Unternehmen 60 Mio. Euro, um langfristig 700 Arbeitsplätze abzusichern, 265 mehr als bisher. Zudem bietet Opel 200 Mitarbeitern das Angebot, an einen anderen Opel-Standort zu wechseln. Ein Großteil der Bochumer Beschäftigten muss sich damit nach einer Perspektive umsehen. Der Konzern will die Beschäftigten dabei „so gut wie eben möglich“ unterstützen. Mit dem Wissen, dass sich viele Beschäftigte in ihrem Leben bislang erst ein einziges Mal beworben haben, will der Konzern die Hemmschwelle so niedrig wie möglich halten. Dazu gehört, in vertrauter Umgebung Vorstellungsgespräche führen zu können. Der Konzern hat einen Teil des Verwaltungsgebäudes umgebaut, um ein Forum zur Kontaktaufnahme zu schaffen.Weltweite Job-Börsen Werksleiter Manfred Gellrich versprach, dass sich Unternehmen vorstellen und Arbeitsplätze anbieten werden. Mehr als 1000 Bochumer Mitarbeiter bringen nach Aussage des Unternehmens ihre Daten zu Qualifikation und Eignung in das TÜV-Nord Transfer-Netzwerk ein. „Damit sind sie automatisch in allen wichtigen Job-Börsen weltweit präsent.“ Im Grundsatz will Opel allen Beschäftigten einen vorzeitigen Ausstieg und damit den Wechsel zu einem anderen Unternehmen ermöglichen. Weil der Betrieb in Bochum jedoch auf hohem Niveau weiterlaufen soll, behält sich der Konzern Einschränkung vor. In Einzelfällen könne es sein, dass zunächst andere Mitarbeiter in neue Aufgaben eingearbeitet werden müssten. Andere warten auf den Abschluss des Sozialtarifvertrages. Aus Sicht von Gellrich ist „angesichts der großen Tragweite des Vertrages sicherlich Sorgfalt und Verlässlichkeit bei der Ausformulierung gefordert.“ Für viele Opelaner dauert das aber schon recht lange. Zu lange. Sie dürften die heutige Perspektive von Opel begrüßen.

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