Kemal Seyhan spricht in Bildern

Osthaus Museum Hagen

Ein Wort, ein Satz, ein Gespräch, eine Botschaft. Kemal Seyhan überträgt in der Ausstellung "Synthax" im Hagener Osthaus Museum die Struktur der Sprache in seine Kunst. Er schafft aus 66 Werken einen Kontext, doch bewahrt die Autonomie jedes einzelnen - ob durch helle Leinfasern oder schwarzes Eisen.

HAGEN

, 26.04.2017 / Lesedauer: 2 min
Kemal Seyhan spricht in Bildern

Kemal Seyhan rahmt in „Synthax“ viele Arbeiten in schwarzes Eisen.

„Meine Werke sollen nach einer Serie aussehen“, erklärt Kemal Seyhan, „sind sie aber nicht“. Der türkische Maler, Grafiker und Bildhauer habe sich die Frage gestellt, wie wir ein Bedeutungssystem schaffen und woraus es besteht.

Starke Kontraste mit nur wenigen Farben

Seyhan zeigt in „Syntax“ starke Kontraste. In einem Raum zieren kleinformatige Arbeiten auf Leinen und Papier eine lange Wand. Kraftvoll eingebettet werden sie in schwarze, nach innen gewölbte Eisenrahmen. Sie sind so abgetrennt, bilden aber durch Anordnung und Farbgebung eine Gruppe. Wenige Farben, viel Grau, Schwarz und Weiß. Ab und zu nur macht Seyhan Ausflüge mit dunklem Blau oder Ausbrüche mit kräftigem Orange.

Auf der Wand gegenüber reihen sich ebenso Leinenstücke aneinander, wieder in Schwarz und Grau, diesmal keine Ausflüge oder Ausbrüche – und keine Rahmen. Überstehende Leinenfasern säumen die Bildränder. Dennoch grenzt Kemal Seyhan jede Einzelarbeit durch den Effekt eines „Herausschneidens“ ab.

Seyhan spielt mit den Formen und der Szenerie

„Die Ausschnitte lösen sich vom Raum und verdichten sich in der Bildfläche“, sagt er. Bei genauerem Hinsehen erkennt man ein Spiel mit den Formen. Mit Grafit auf Papier zeichnet, kratzt, pinselt und spachtelt er feine Grau-Nuancen. Eine besondere Arbeit, die an ein Kirchenfenster erinnern soll, passte laut Kemal Seyhan nicht in den Kontext. Also hängte er sie zwischen zwei große Fenster. Der Clou: Durch sie blickt man auf die Hagener Marienkirche. 

Osthaus Museum Hagen: „Kemal Seyhan – Syntax“, bis 25. Juni 2017, Hochstraße 73, Di-So 11-18 Uhr, Katalog: 12 Euro. www.osthausmuseum.de