Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kevin Spacey outet sich nach Missbrauchsvorwürfen

„House-of-Cards“-Star

„House-of-Cards“-Star Kevin Spacey hat sich auf Twitter als schwul geoutet. Gleichzeitig nimmt der US-Schauspieler Stellung zu schweren Vorwürfen.

,

New York

, 30.10.2017 / Lesedauer: 3 min
Kevin Spacey outet sich nach Missbrauchsvorwürfen

US-Schauspieler Kevin Spacey. © dpa

US-Schauspieler Kevin Spacey hat sich als schwul geoutet. Er habe sein ganzes Leben über Männer geliebt und romantische Begegnungen mit ihnen gehabt, schrieb der Oscarpreisträger in der Nacht auf Twitter. Jetzt entscheide er sich dafür, als schwuler Mann zu leben. „Ich möchte ehrlich und offen damit umgehen“, schrieb Spacey weiter. Der Schauspieler gab an, Beziehungen mit Männern und Frauen gehabt zu haben. Spacey sei bislang sehr bedacht auf den Schutz seiner Privatsphäre gewesen.

http://dpaq.de/MoMSN

„Betrunkenes Verhalten“

Vor dem Bekenntnis Spaceys hatte der Schauspieler Anthony Rapp den 58-jährigen Branchenkollegen eines sexuellen Übergriffs beschuldigt. Er selbst sei bei den Vorgängen 14 Jahre alt gewesen, Spacey schon 26.

Spacey habe ihn im Jahr 1986 nach einer Party in seinem New Yorker Apartment auf sein Bett gelegt und sei auf ihn gestiegen, sagte der heute 46-jährige Rapp dem Magazin „Buzzfeed News“. Er habe sich aus der Umklammerung „herauswinden“ können und die Wohnung verlassen.

Auf Twitter antwortete Spacey, er könne sich an den Vorfall „ehrlich nicht erinnern“. „Aber wenn ich mich damals so verhalten habe, wie er es beschreibt, dann schulde ich ihm die aufrichtigste Entschuldigung für etwas, das zutiefst unangemessenes betrunkenes Verhalten gewesen wäre.“

Ein Ablenkungsmanöver?

Dem Interview zufolge hat Rapp den Vorfall über die Jahrzehnte mit zunehmend ungutem Gefühl mit sich herumgeschleppt und nie wieder mit Spacey darüber gesprochen. Im Zuge der Weinstein-Enthüllungen fühle er sich nun verpflichtet, seine Stimme zu erheben, sagte der 46-Jährige dem Magazin. Spacey schrieb, es tue ihm leid, dass Rapp dies all die Jahre mit sich herumgetragen habe. „Diese Geschichte“ habe ihn ermutigt, auch die „anderen Dinge“ über sein Leben zu berichten, fuhr Spacey fort.

Auf Twitter wurde der Beitrag bereits tausende Male geteilt und kommentiert. „Betrunken zu sein ist keine Entschuldigung“, schrieb ein User. Während einige Kommentatoren Spacey zu seinem Outing gratulierten, warfen ihm andere vor, mit dem Statement von der Geschichte des Opfers ablenken zu wollen.

dpa/sag