Khatia Buniatishvili spielt im Düsenjet-Tempo

Klavierfestival in Dortmund

Schneller, lauter, kräftiger - die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili beherrscht diese olympischen Klavierdisziplinen aus dem Eff-eff. Aber die 24-Jährige ist auch eine Musikerin mit lyrischem Herzen. Beim Klavier-Festival Ruhr durchlebte sie am Dienstag im Konzerthaus Dortmund einen Abend der Kontraste.

von Von Julia Gaß

, 16.05.2012, 16:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mal Vulkan, mal versonnen: Khatia Buniatishvili in Dortmund.

Mal Vulkan, mal versonnen: Khatia Buniatishvili in Dortmund.

Ein Rhythmus-Feuerwerk Prokofjews zweite Kriegssonate war ein Rhythmus-Feuerwerk, das die Georgierin über die Tasten toben ließ - gestochen scharf und im Finale wie im Rausch gespielt. Die Musik glüht unter den Händen der jungen Ausnahmepianistin, besonders die drei Scherzi von Chopin, aber auch da suchte Khatia Buniatishvili Oasen der Ruhe in den aufgewühlten Klangmassen. Und das Publikum staunte, woher die junge Pianistin die große Reife für ihr Spiel schon hernimmt.

Ein Vulkan ist die 24-Jährige, eine Pianistin, die schon in Schumanns Fantasie mit viel Temperament und Vehemenz eintauchte und im Pedal-Klang badete. Besonders berührten jedoch die zarten innigen Töne, die sie zwischendurch immer wieder ganz leise leuchten ließ.

Ein Rhythmus-Feuerwerk Prokofjews zweite Kriegssonate war ein Rhythmus-Feuerwerk, das die Georgierin über die Tasten toben ließ - gestochen scharf und im Finale wie im Rausch gespielt. Die Musik glüht unter den Händen der jungen Ausnahmepianistin, besonders die drei Scherzi von Chopin, aber auch da suchte Khatia Buniatishvili Oasen der Ruhe in den aufgewühlten Klangmassen. Und das Publikum staunte, woher die junge Pianistin die große Reife für ihr Spiel schon hernimmt.

Die Schwester mitgebracht

Mitgebracht hatte sie für einen zehnminütigen Kurzauftritt und zwei Ungarische Tänze von Brahms als Zugaben ihre ein Jahr ältere, etwas bravere Schwester Gvantsa Buniatishvili. An zwei Klavieren verdichteten die Geschwisters Ravels "La Valse" und ersetzten mühelos ein ganzes Orchester. Und dann flogen sie in rasanten Tempi durch Brahms' Tänze. Alle Noten konnten sie in dieser Düsenjet-Interpretation nicht unterbringen, aber eindrucksvoll war's trotzdem.

Am 15. November gibt Khatia Buniatishvili ihr Debüt als "Junge Wilde". Das werden drei schöne Jahre mit ihr.

 

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