Kinder und Jugendliche schon früher an der Wahlurne

U18-Wahl in Bochum

Zehn Prozent der Stimmen – davon darf die Ökologisch-Demokratische Partei bei der Bundestagswahl am 22. September nur träumen. Neun Tage vorher hat sie dagegen realistische Chancen auf ein solches Ergebnis. Denn dann dürfen Bochumer Kinder und Jugendlichen ihr Kreuzchen machen: bei der U18-Wahl.

BOCHUM

von Von Jessica Strotmann

, 09.09.2013, 06:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rolf Geers, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings Bochum, mit einem Wahlschein.

Rolf Geers, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings Bochum, mit einem Wahlschein.

32 Wahllokale haben sich angemeldet. Ihr Kreuzchen machen die jungen Wähler auf Kopien der Original-Wahlscheine für die Bundestagswahl – mit dem Unterschied, dass auf ihnen der Hinweis „Muster U18-Wahl“ prangt. Es gibt Erst- und Zweistimme. Selbstverständlich wird geheim gewählt. Auch hier sind die Bedingungen identisch.„Wahlurnen und -kabinen stellt die Stadt zur Verfügung“, erklärt Geers. Die Jugend-Wahl kann Schulen und Jugendhäusern wichtige Erkenntnisse liefern: „Die Jugendlichen machen sich vor der Wahl Gedanken, sie wollen durchaus eine politische Aussage treffen. Wir erfahren also: Was ist Kindern und Jugendlichen wichtig“, schildert Hammerschmidt die Erfahrungen im Vorfeld der Wahl.

Auch die Meinung von Kindern mit Migrationshintergrund findet sich in den Ergebnissen wieder, denn auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft dürfen sie mitwählen. In Bochum ist es die erste flächendeckende U18-Wahl. Andernorts ließen sich aber bereits Tendenzen erkennen: „Die Tierschutzpartei schnitt gut ab. Auch die Piraten tauchten bei der U18-Wahl mit höheren Prozentzahlen auf, bevor sie auf Bundesebene bekannt wurden. Große Parteien werden deutlich weniger gewählt“, sagt Geers.