Kinderschänder muss ins Gefängnis

WITTEN Ein einschlägig vorbestrafter Wittener Familienvater ist gestern erneut wegen sexuellen Missbrauchs einer Freundin seiner Tochter zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden worden.

06.06.2008, 20:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mann hatte im Verfahren gestanden, sich an dem zu Beginn der Taten zehn Jahre alten Mädchen in über 30 Fällen vergangen zu haben. Unter anderem hatte er sich mit der Minderjährigen Pornobilder angesehen und sie begrapscht. „Sie haben sich lange gewunden“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Geständnis bringt Strafminderung

Noch am ersten Verhandlungstag hatte der 56-jährige Angeklagte alle Vorwürfe bestritten. Doch dann besann er sich eines Besseren und räumte in einem kurzen und knappen Geständnis die Taten ein. „Das ist ein Schritt nach vorn, wie wir ihn nicht immer hier erleben“, erklärte der Vorsitzende. Im Gegenzug sprach die 3. Strafkammer eine Strafe aus, die „an das Unterste geht, was hier noch vertretbar ist“.

Gutachter: Angeklagter krankhaft pädophil

Besondere Schwierigkeiten hatte dem Gericht das Gutachten eines Psychiaters gemacht, das den Angeklagten als krankhaften Pädophilen darstellte. Darin hieß es, der Wittener lebe in einem sexualisierten Umfeld, habe einen Hang zu sexuellen Übergriffen, und ohne eine Therapie seien weitere Taten zu erwarten. Deshalb müsse er in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden.

Die Kammer, die sich angesichts dieser einschneidenden Maßnahme rückversichern wollte, beauftragte einen neuen Gutachter, der zu einem ganz anderen Ergebnis kam. Der Mann sei nicht krankhaft pädophil. Er gehöre ins Gefängnis, nicht in die Psychiatrie. Das Gericht folgte dieser Ansicht.