"Kingsman" ist Weltrettung im Auftrag ihrer Majestät

Im Kino

Vom Herumtreiber und Kleinkriminellen zum Agenten der besten und geheimsten Organisation ihrer Majestät. Für den Halbstarken Eggsy (Taron Egerton) beginnt ein neues Leben, als ihn ein ominöser Gentleman (Colin Firth) unter die Fittiche nimmt. Der Fremde trägt feinsten Zwirn, hat die Manieren eines Aristokraten,wird aber auf Knopfdruck zum Schläger, der es mit einem Dutzend Gegner aufnimmt. Oh, ja – so einer wäre Eggsy auch gern, ein „Kingsman“ vom Geheimdienst. Unter diesem Titel hat Matthew Vaughn den Comic „The Secret Service“ verfilmt, als Hommage an James Bond und das Agenten-Genre.

26.02.2015, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Harry Hart (Colin Firth) ist Rauhbein und Gentleman.

Harry Hart (Colin Firth) ist Rauhbein und Gentleman.

Heraus kam eine Action-Komödie mit zwei kräftig entwickelten, gleich guten Standbeinen. Spannung und Humor halten sich die Waage. Colin Firth (ideal besetzt) fährt mit seiner britischen Noblesse einige Lacher ein, steht aber auch im Zentrum eines langen Nonstop-Gemetzels.

In einer Kirche fallen an die hundert Leute in Raserei. Jeder gegen jeden, bis zum letzten Mann. Ein präzise choreografierter, exakt getimter Blutrausch, sehr lustig, sehr brutal.  

Sportive Kampfszenen

In solchen Momenten hilft es, daran zu denken, dass wir es mit einer parodistisch zwinkernden Comic-Geschichte zu tun haben. Die Technik-Spielereien, die Agenten-Azubi Eggsy in der Rüstkammer der Kingsmen kennenlernt, verweisen auf den Ingenieur Q bei 007.  

Der Erzschurke (Samuel L. Jackson), der die Welt „zombiefizieren“ will, ist eine stark karikierte Knallcharge: Ein Milliardär, der lispelt wie Daffy Duck und in den Klamotten eines HipHop-Lümmels steckt. Als Vollstreckerin hält er sich eine Amazone, die anstelle von Füßen auf Säbelklingen läuft. Das gibt schön sportive Kampf-Szenen.

„Kingsman“ gefällt als perfekt gemachtes, Bilder-poliertes, kurzweiliges, amüsantes Popcorn-Kino. Nicht mehr, nicht weniger.

Schlagworte: