Kinobilder, die von Gefühlen sprechen

Festival "Blicke"

Es gibt nicht nur Filme beim Bochumer Festival "Blicke" im Kino "Endstation", sondern auch Gelegenheit, deren Macher kennen zu lernen. Regisseure stellen sich dem Publikum, es darf und soll diskutiert werden.

BOCHUM

, 24.11.2016, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kinobilder, die von Gefühlen sprechen

Szene aus „Cristina“, an der Kamera Claire Jahn.

Im Werkstattgespräch am Samstag (17.30 Uhr) erzählt Kamerafrau Claire Jahn von ihrer Arbeit für Film und Werbung, ihrem Werdegang und ihrem Studium an der Dortmunder Fachhochschule. Und natürlich gibt es Filme zu sehen, bei denen Claire Jahn die Kamera führte: Das Festival zeigt zwei kurze Spielfilme, Sylvia Borges' "Rendezvous" und Claudia Sárkánys "Cristina". Zu erleben ist, wie Jahn Motive findet, die einfühlsam die Gefühlswelt zweier Frauen aufschließen, mal dynamisch, dann auf stille Momente konzentriert.

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Durch den Wettbewerb ziehen sich kurze Filme, oft mit experimentellem Charakter. "Two Tales II" vom Wittener Trio Leuchtstoff lässt Schatten zu einer Rhythmusphrase flackern, auf Kontrast getrimmte Bilder von Hitchcock und Chaplin.

Pop von "Glitterminister"

"Baggage Man" von Matthias Gerding und Dennis Colquhoun gefällt als formal ansprechendes Musikvideo, in dem digital generierte, geisterhafte Konturen von Menschen und Räumen zu sehen sind. Konventioneller fällt das Musikvideo "Blaue Rosen" aus, bei dem der Bochumer Lucas Franken federführend war. Zwei Jungs hetzen durch Paris. Die Bilder sind grau, koloriert ist nur die blaue Rose, die im Disko-Pop vom Duo "Glitterminister" besungen wird.

Als satirische Posse lässt sich Peter Bövings "Patata Day" beschreiben: Animierte Kartoffeln tanzen Ballett im Fastfood-Restaurant.

Explodierende Farben

Noch ein Musikclip: Lenia Friedrichs "Starglue Sniffer" malt den Rausch des Leim-Schnüffelns in explodierenden Farben und reduzierter Ästhetik. Ein schöner Jux ist Volker Heymanns "Mit dem Wackeldackel durch das Ruhrgebiet": Heymann reimt über Bäcker, Schoko-Klicker, Häkeldecke, das Ruhrpott-Idiom wird rhythmische Wortmusik.

Diese Filme laufen Samstag ab 15.30 Uhr im Kino "Endstation". Die Preisträger präsentiert das Festival am Sonntag um 11 Uhr.