Kinofilm zeigt die schmutzigen Tricks der Kapitalisten

„Die Lügen der Sieger“

Ein Manager wird von „Spin Doctors“ geschult. Er soll einen Minister bearbeiten. Es geht um Chemie, Gift und eine Menge Geld. „Wie viele Stimmen haben wir?“, heißt es in der Chefetage. Genug. Lobbyisten wanzen sich an die Parteien heran. Brisante Fakten werden im Kleingedruckten kryptischer Vorlagen versteckt. Kungelei zwischen Macht und Kapital. Es wird getäuscht, verschleiert und betrogen. Christoph Hochhäuslers „Die Lügen der Sieger“ steht für ein Genre, das in Deutschland nicht eben populär ist, den Politthriller.

22.06.2015, 17:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kinofilm zeigt die schmutzigen Tricks der Kapitalisten

Journalisten-Kollegen: Florian David Fitz als Fabian Groys und Lilith Stangenberg als Volontärin Nadja.

Er hatte seine Blüte in den 70er-Jahren, als Watergate ein politisches Erdbeben auslöste und das Wort vom „militärisch-industriellen Komplex“ die Runde machte.  

Geheimnes Material

Florian David Fitz spielt bei Hochhäusler den Journalisten Fabian, der für ein Magazin arbeitet, das an den „Spiegel“ erinnert. Fabian ist der Mann fürs Investigative, ein Informant will ihm geheimes Material zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr liefern. Als man Fabian die naive Volontärin Nadja (Lilith Stangenberg) aufs Auge drückt, beschäftigt er sie mit der Geschichte eines Mannes, der sich Zoo-Löwen zum Fraß vorwarf.

Die Fußnote vom Boulevard wächst sich zur Titelstory aus. Fabian und Nadja recherchieren, dass der Tote in Afghanistan gedient hat und Zeichen einer Vergiftung zeigte.  

Falsche Zeugen  

Wurde die Leiche verbrannt, um zu vertuschen, dass der Mann bei der Bundeswehr kontaminiert wurde? Schattenmänner im Dienst der Wirtschaft haben eine „Ente“ fabriziert. Sie spähen Fabians Rechner aus, heuern falsche Zeugen an.  

Hochhäuslers warnend-aufklärerischen Impetus und die nüchtern kühle Ästhetik des Films muss man loben. Doch vieles wirkt konstruiert: Ein billig getürktes Foto täuscht die Dokumentations-Abteilung des Magazins? Die Biografie der Kronzeugin bleibt ungecheckt? Episoden um Fabians Spielsucht und seine Liebelei mit Nadja sind schlichtweg überflüssig. Ein ambitionierter, leidlich spannender, aber teils verzeichneter Thriller.

 

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