Kirchderner Kioskbetreiber setzen sich für Flüchtling ein

Derner Straße

Heiko und Christa Schack betreiben einen Kiosk an der Derner Straße. Seit einiger Zeit haben sie in Rasoul Kahraman einen Dauergast. Sie helfen dem syrischen Flüchtling, wo sie können, doch er findet weder Job noch Wohnung. Ein Teufelskreis.

KIRCHDERNE

, 07.06.2017, 14:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kirchderner Kioskbetreiber Christa und Heiko Schack setzen sich für den Syrien-Flüchtling Rasoul Kahraman (l.) ein.

Die Kirchderner Kioskbetreiber Christa und Heiko Schack setzen sich für den Syrien-Flüchtling Rasoul Kahraman (l.) ein.

Rasoul Kahraman ist Flüchtling, 26 Jahre alt, ein syrischer Kurde und hat bis April 2018 eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland. Er lebt seit etwas mehr als einem Jahr in Dortmund. Auf seiner Flucht aus Syrien geriet er in einen Bombenhagel, und sein Körper wurde von acht Splittern getroffen – Verletzungen, die ihm noch heute zu schaffen machen.

Noch mehr zu schaffen macht ihm allerdings, dass er partout keine Wohnung und keinen Job findet. Gerade alleinreisende junge Männer haben bekanntlich Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt. Rasoul ist nun mehr oder weniger obdachlos, manchmal findet er für eine Nacht Unterschlupf bei einem Bekannten an der Brunnenstraße. In die Männerübernachtungsstelle an der Unionstraße traut er sich nicht. Er fürchtet die in seinen Augen zwielichtigen Gestalten, die man dort treffe.

Kein Job, keine Wohnung

Rasoul Kahraman hat zunächst im Derner Flüchtlingsheim in der ehemaligen Hauptschule gelebt, bevor er zunächst für kurze Zeit eine Unterkunft an der Münsterstraße fand. Dort jedoch sei es dermaßen laut gewesen, dass er nachts kaum ein Auge zugetan habe. Die einmal eingeschaltete Polizei habe auch nicht helfen können. Folge: Er sei so übermüdet gewesen, dass er seinen zwischenzeitlichen Job als Fliesenleger verlor. Die Wohnung kündigte er.

Nun verbringt er seine Tage am Kiosk von Christa und Heiko Schack, die ihm etwas Deutsch beibringen, ihn moralisch unterstützen und nicht verstehen können, warum es für einen so freundlichen und zurückhaltenden Mann einfach keine Wohnung und keinen Job gibt.

Ein Teufelskreis

Heiko Schack: „Das ist ein Teufelskreis für ihn: „Wenn er keinen Job hat, kann er keine Wohnung bezahlen, wenn er keine feste Adresse hat, bekommt er keinen Job.“ Da müsse man doch etwas machen können. Die Schacks helfen Kahraman, wo sie können. Sie haben ihn bereits mit Kleidung und Essen versorgt, eine Wohnung oder ein Zimmer haben sie derzeit aber nicht.

Der Fall von Rasoul Kahraman ist nur einer von vielen. Und auch das Engagement von Heiko und Christa Schack ist nur ein Beispiel. Ihre Geschichte soll stellvertretend für viele andere stehen.