Kirchlinder Bert-Brecht-Gymnasium dreht an der Uhr

60 Minuten

KIRCHLINDE Ab dem kommenden Schuljahr wird am Bert-Brecht-Gymnasium die Schulglocke immer erst nach 60 Minuten das Ende einer Stunde ankündigen. Was hat es auf sich mit der längeren Schulstunde?

von Von Beate Dönnewald

, 08.10.2009, 06:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Hauptgrund ist, dass 45 Minuten für einen modernen, zeitgemäßen Unterricht nicht ausreichen. Beispielsweise fehlt den Schülern nach einer Gruppenarbeit die Zeit, ihre Ergebnisse noch zu präsentieren.

Das wäre eine Möglichkeit, allerdings eignen sich Doppelstunden nicht für alle Fächer. Die Zeitstunden sind gewissermaßen der Kompromiss zwischen den 45 Minuten- und den Doppelstunden.

Ja, sicher. Zum Beispiel haben die Unter- und Mittelstufe dann nur noch maximal fünf Fächer pro Tag. Heute haben sie an ihren langen Tagen sieben bis acht Stunden bzw. Fächer. So werden dann auch die Tornister leichter.

Die Kinder haben dann nur noch maximal bis 14 Uhr Unterricht. Es wird nicht mehr diese langen Tage geben, die bis 14.30 oder sogar 15.15 Uhr dauern. Der Unterricht wird insgesamt gleichmäßiger verteilt.

Ja, denn es handelt sich ja nicht um eine Entscheidung der Schulleitung, sondern um einen Beschluss der Schulkonferenz. Und vorab wurden alle Gremien wie Kollegium, Elternpflegschaften und Schülerrat getrennt gehört, die sich einheitlich positiv geäußert haben.

Die Schulleitung hat gewissermaßen vorgepuzzelt. An der endgültigen Version der neuen Stundentafel werden aber alle Fachkonferenzen beteiligt.

Nach der jetzigen Stundentafel hat der 6., 8. und 9. Jahrgang jeweils zwei Stunden Geschichte pro Woche. In der 7. Klasse wird das Fach nicht unterrichtet. Durch die Zeitstunden haben wir die Möglichkeit, das Fach durchgängig zu unterrichten: 1,5 Stunden in der 6. und jeweils eine in der 7., 8. und 9. Klasse.

Nein, das Heisenberg-Gymnasium in Eving hat in diesem Schuljahr damit begonnen. Ausgetauscht haben wir uns bereits mit der Gesamtschule in Schwerte, die landesweit als erste die vollen Zeitstunden eingeführt haben. Und dort sind die Erfahrungen durchaus positiv.

Das Projekt läuft zunächst für ein Jahr. Danach werden wir ein Fazit ziehen und neu entscheiden.

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