Kirill Serebrennikow inszeniert «Salome» in Stuttgart

Unter dem Eindruck der Gewalt des Islamischen Staates (IS) inszeniert der russische Kultregisseur Serebrennikow (46) an der Staatsoper Stuttgart die Oper «Salome» von Richard Strauss.

Stuttgart (dpa)

19.11.2015, 10:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow vor dem Opernhaus in Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow vor dem Opernhaus in Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod

Vor der Premiere an diesem Sonntag (22. November) verurteilte er die jüngsten Terroranschläge in Paris und zuvor auf ein russisches Flugzeug. «Wir haben heute globale Ungerechtigkeiten, Zivilisationen prallen aufeinander, die einander in der nächsten Zeit nicht verstehen werden», sagte er auch mit Blick auf seine Inszenierung.

Serebrennikow hat die Geschichte um die junge Frau Salome, die den Kopf ihres Geliebten verlangt, in eine von Wohlstand verwöhnte moderne Welt mit muslimischem Hintergrund verlegt. Die abgestumpfte Salome sieht sich hier etwa auch Fernsehbildern der blutigen Gewaltexzesse des IS ausgesetzt.

In Stuttgart arbeitet Serebrennikow seit mehr als zwei Monaten an der Inszenierung. Er zeigte in diesem Monat auch in einem Programmkino seine preisgekrönten Filme. Der 46-Jährige ist zum ersten Mal in Stuttgart - eine Stadt, die er - verglichen mit seinem quirligen Wohnort Moskau - als «Sanatorium» bezeichnet.

In Moskau leitet Serebrennikow das Gogol-Kulturzentrum. Neben seinen Arbeiten unter anderem am Bolschoi Theater in Moskau arbeitet der Film- und Theaterregisseur auch immer wieder im Ausland.

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'Salome' in Stuttgart