Kita-Studie: Kinder infizieren sich seltener als Erzieher

Kinder und Corona

In Kindertagesstätten kommt es während der dritten Welle häufig zu Corona-Infektionen. Mithilfe von regelmäßigen Tests könnte dies verhindert werden, heißt es in der Wü-KiTa-CoV-Studie.

von Laura Beigel

, 03.05.2021, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
In neun Kitas der Stadt Würzburg wurden Kinder und Erzieher regelmäßig auf Sars-CoV-2 getestet.

In neun Kitas der Stadt Würzburg wurden Kinder und Erzieher regelmäßig auf Sars-CoV-2 getestet. © Gautam Arora/Unsplash

Kitas zählen inzwischen zu den Orten, an denen es vermehrt zu Corona-Ausbrüchen kommt. Dabei sind es nicht die Kinder, die sich häufig mit dem Virus infizieren, sondern vielmehr das Betreuungspersonal in den Einrichtungen, wie Wissenschaftler der Universität und des Universitätsklinikums Würzburg jetzt herausgefunden haben. Sie sprechen sich dafür aus, Kitakinder und Erzieher regelmäßig zu testen, um Infektionen schnell erkennen zu können.

Zwei Corona-Testverfahren werden in den Kitas durchgeführt

Die Forscher hatten bei der sogenannten Wü-KiTa-CoV-Studie rund 1000 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren sowie deren Betreuer aus neun Kitas der Stadt Würzburg zwischen Oktober 2020 und März 2021 regelmäßig auf Sars-CoV-2 getestet. „Wir wollten im Rahmen unserer Untersuchungen in erster Linie die Akzeptanz und die Durchführbarkeit verschiedener Testmethoden zum frühzeitigen Nachweis von Infektionen mit dem neuen Coronavirus ermitteln“, sagte Prof. Oliver Kurzai, Mikrobiologe an der Universität Würzburg.

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Dafür nutzten sie zwei Testverfahren: Zum einen wurden alle Kinder und Erzieher bis zu zweimal pro Woche in den Kitas auf das Coronavirus getestet. „Wir haben entweder vor Ort Nasenabstriche durch geschultes Studienpersonal durchgeführt oder Mundspülwasserproben eingesammelt, die von den Teilnehmenden selbständig zu Hause entnommen und anschließend in die Kita mitgebracht wurden“, erklärte Prof. Johannes Liese, Kinder- und Jugendmediziner am Universitätsklinikum Würzburg. Zum anderen wurden Tests bei Kindern, Beschäftigten und deren Haushaltsmitgliedern nur durchgeführt, wenn sie Erkältungssymptome zeigten.

Studie soll im Mai fortgesetzt werden

Dabei fand die zweimal wöchentliche Entnahme von Mundspülwasser im häuslichen Umfeld die größte Zustimmung unter den Studienteilnehmern. In den Untersuchungsergebnissen heißt es ferner: „Kinderbetreuungseinrichtungen und die dort betreuten Kleinkinder spielen in dieser Phase der Pandemie keine wesentliche Rolle in der Verbreitung des Virus.“ Bei den regelmäßigen Corona-Tests in den Einrichtungen stellten die Forscher gerade einmal eine Sars-CoV-2-Infektion bei einem Kind fest, dagegen hatten sich die Beschäftigten häufiger infiziert. „Das spricht dafür, dass ein Impfangebot für diese Berufsgruppen auch aus infektionspräventiven Gründen sinnvoll ist.“

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Bei den Tests von symptomatischen Personen, den sogenannten „Testungen auf Wunsch“, seien zwar mehr Infektionen pro durchgeführtem Test erkannt worden, dennoch sei die Methode „weniger gut dazu geeignet, Infektionsketten in Kitas zu unterbrechen, da der Nachweis zu spät erfolgt, um die Weiterverbreitung rechtzeitig aufzuhalten“, teilten die Forscher mit. Die Wü-KiTa-CoV-Studie soll im Mai fortgesetzt werden. „Neben einem direkten Vergleich der Akzeptanz und Effizienz von Antigen-Schnelltest und PCR-Test steht bei dieser Studie die Frage nach der Tauglichkeit für einen großflächigen Einsatz der Testmethoden im Vordergrund“, sagte Kinder- und Jugendmediziner Liese.

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