Kita verzichtet auf christliche Feste

Religiöse Neutralität

Laternenumzug ohne Sankt Martin? Weihnachten ohne Jesus Christus? Geht nicht? Geht doch: Eine städtische Kita in Bochum verzichtet auf religiöse Bräuche und Symbole. Um die „religiöse Neutralität“ zu wahren. Dieser Verzicht wird mittlerweile kontrovers diskutiert.

BOCHUM

von Von Claudia Staudt

, 04.12.2010, 09:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Laternen ja, Martinslied nein. Martinsbrezel ja, St. Martins Geschichte nein. Auch Weihnachtsfeiern seien nicht geplant, gab Sickmann an. „Es ist nicht zu verantworten, wenn Kinder ohne jedes Wissen um die Religionen erzogen werden“, kommentiert der Vorsitzende des Katholikenrates Bochum und Wattenscheid Lothar Gräfingholt. Das Wissen über verschiedene Religionen sei wichtiges Bildungsgut, diene der Sozialisierung und der Integration.

Sickmann argumentierte unter anderem damit, dass es bei der Entscheidung gegen St. Martin und Weihnachtsfeiern nicht nur um die Kinder mit Migrationshintergrund ging, sondern auch um deutsche Eltern, die aus der Kirche ausgetreten sind. Dem Katholikenrat jedoch ist es wichtig, dass Kinder dennoch die Möglichkeit haben, christliche Traditionen kennen zu lernen. „Vielmehr sollten alle Kinder Traditionen und Feste unterschiedlicher Religionen kennen lernen“, so Gräfingholt.

Mittlerweile sind bei der Stadt mehrere Anfragen zu Stellungnahmen eingegangen - eine davon mit der CDU-Fraktion als Absender. Darin fragt die Ratsfraktion unter anderem, ob die Kita auf städtische Anweisung handelt. Zumindest darauf gab Pressesprecher Thomas Sprenger den Ruhr Nachrichten eine Antwort: „Nein, tut sie nicht.“