Kita wurde als erste in Bochum nach Kneipp zertifiziert

Einrichtung an der Herzogstraße

HOFSTEDE Unüberhörbar stammt Kita-Leiterin Angelika Dierks aus dem Schwabenländle - genau wie Pfarrer Sebastian Kneipp, der die berühmte Wasserheilkunde begründete. Den Impuls, die Einrichtung an der Herzogstraße 75a zur ersten Bochumer Kneipp-Kita zu machen, gaben die Kollegen jedoch lange, bevor Dierks dort Chefin wurde.

von Von Max Florian Kühlem

, 22.01.2010, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Die Wassertropfen" bewegten sich bei der Zertifizierungs-Feier in der Kita Herzogstraße zur Musik von Smetanas "Die Moldau".

"Die Wassertropfen" bewegten sich bei der Zertifizierungs-Feier in der Kita Herzogstraße zur Musik von Smetanas "Die Moldau".

218 Kneipp-Kindergärten gibt es aktuell in Deutschland. "Angefangen hat es in Bayern und Baden-Württemberg", informiert die Leiterin, "doch mittlerweile gibt es auch in NRW 48 Einrichtungen, die nach Kneipp zertifiziert sind."

Zur eigenen Zertifizierung haben Erzieherinnen, Eltern und Kinder ein kleines Fest vorbereitet. Einen Tag der offenen Tür, der einen Einblick in die Kneipp-Philosophie gibt, die dort jetzt täglich gelebt wird. Dazu gehören fünf Säulen: Ernährung, Kräuter, Wasser, Bewegung und Lebensordnung. Etwa 3000 Euro wurden von städtischer Seite investiert, damit sich die Erzieherinnen eineinhalb Jahre lang nach Kneipp schulen lassen konnten.

Täglich führen sie nun zum Beispiel die berühmten Wasseranwendungen durch: In einer Gruppe der Kita sind dafür Wasserbecken aufgestellt worden, durch die Kinder und Eltern barfuß im Storchentritt marschieren. Doch auch Armbäder und Kniegüsse gehören zum Programm. Mit einer eigenen Küchenkraft ergänzt man das gelieferte Essen um Bio-Vollwertkost, im Garten baut man Kräuter und Heilpflanzen an.

Der Kneipp-Säule Bewegung werden die Erzieherinnen mit angeleiteten Übungen und vielen Ausflügen gerecht - auch die Zertifizierungsfeier mit Kneipp-NRW-Vorsitzenden Günter Puhe und Bezirks-Bürgermeister Dieter Heldt findet unter freiem Himmel statt. Sehr zufrieden gibt sich die Elternratsvorsitzende mit der "neuen Kita": "Unsere Tochter liebt das Wasser! Jetzt müsste die Stadt nur noch die Gebäude im Umfeld der Kita renovieren..."