Klangreise durch den Orient

Philharmonisches Konzert Dortmund

Man konnte Zimt und Koriander fast riechen und Säbel rasseln hören im dritten Philharmonischen Konzert am Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus Dortmund. Unter der Leitung von George Pehlivanian gingen die Dortmunder Philharmoniker auf eine Klangreise durch den Orient.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 13.11.2013, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
George Pehlivanian dirigierte in Dortmund.

George Pehlivanian dirigierte in Dortmund.

Eine Schauspiel- und Ballettmusik bildeten den Rahmen für Saint-Saens' "Ägyptisches Klavierkonzert". Aus der Ballettmusik von Chatschaturjan "Gayaneh" kennt man nur den Säbeltanz; aus der "Aladdin-Suite" von Nielsen fast nichts. Das war, temperamentvoll gespielt, die Entdeckung eines farbenreichen Werks, in dem der dänische Komponist gerne die Triangel einsetzt, um Chinesen, Mohren und Hindu-Götter tanzen zu lassen.Internationale Gäste

Eine Schauspiel- und Ballettmusik bildeten den Rahmen für Saint-Saens' "Ägyptisches Klavierkonzert". Aus der Ballettmusik von Chatschaturjan "Gayaneh" kennt man nur den Säbeltanz; aus der "Aladdin-Suite" von Nielsen fast nichts. Das war, temperamentvoll gespielt, die Entdeckung eines farbenreichen Werks, in dem der dänische Komponist gerne die Triangel einsetzt, um Chinesen, Mohren und Hindu-Götter tanzen zu lassen.Internationale Gäste

Mit der russischen Pianistin Lilya Zilberstein aus Hamburg und einem Armenier aus dem Libanon als Dirigent im ägyptischen Werk des Franzosen Saint-Saens war das Klavierkonzert wahrlich international. Unaufgeregt und im Finale technisch brillant spielte die 48-jährige Duopartnerin von Martha Argerich die Melodien der Nil-Fischer. Als französischer Liszt stellt sich Saint-Saens im Finale vor. Da hörte und sah man, dass dieses Klavierkonzert ein Paradewerk der russischen Pianistin ist.Der Abend war zu lang

Schön programmiert war das Konzert, allerdings mit zweieinhalb Stunden deutlich zu lang. Aus den drei Chatschaturjan-Suiten ist nicht jeder der 13 Sätze Klanggold, da hätte man streichen können. Emotionaler als die anderen Werke dirigierte Pehlivanian die Ballettmusik seines Landsmannes. Aparte langsame Sätze haben die Suiten, die am authentischsten orientalisch klangen an diesem Abend. Und kraftvolle, rhythmisch mitreißende schnelle Sätze, die auch nach Strawinsky und Gershwin klangen. Ein interessanter Kurzurlaub für Ohr und Seele.

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