Klarer hören im Gewusel

Audio-Führungssysteme

NRW Wer kennt das Problem nicht? Die Führung durch eine spektakuläre Sonderausstellung ist gebucht und man möchte den Erklärungen des Museumspädagogen lauschen. Doch das wollen auch andere - die Gruppe ist groß, der Lärmpegel zu hoch. Immer mehr Museen setzen deshalb auf Audio-Führungssysteme.

von Von Dagmar Hornung

, 13.09.2011, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Herne erleichtern Audio-Verstärker den Museumsbesuch für Gäste und Personal.

In Herne erleichtern Audio-Verstärker den Museumsbesuch für Gäste und Personal.

Viele Museen der Region setzen inzwischen auf diese Technik. Im Picasso Museum Münster sind seit einiger Zeit 100 Verstärkergeräte im Einsatz. Auch im Museum Folkwang in Essen ist eine derartige Technik erprobt und es gibt genügend Geräte, um den Bedarf zu decken. Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund   (MKK) setzt das Personal bei großen Sonderausstellungen ebenfalls auf Verstärkung durch Headsets.

Bei größeren Ausstellungen und wenn es die Gruppengröße mit 15 und mehr Personen erfordert, werden in Zukunft 60 Funkempfänger die Stimme des Museumsmitarbeiters übermitteln. Jeder Besucher bekommt ein einseitiges Headset und kann die Lautstärke nach Bedarf regulieren. "Die Geräte sind auch für Besucher ohne hohe Affinität für Technik einfach zu bedienen", verspricht Michael Lagers, Museumspädagoge.

Viele Museen der Region setzen inzwischen auf diese Technik. Im Picasso Museum Münster sind seit einiger Zeit 100 Verstärkergeräte im Einsatz. Auch im Museum Folkwang in Essen ist eine derartige Technik erprobt und es gibt genügend Geräte, um den Bedarf zu decken. Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund   (MKK) setzt das Personal bei großen Sonderausstellungen ebenfalls auf Verstärkung durch Headsets.

Hohe Kosten

Für kleinere Museen wie das Kunstmuseum Gelsenkirchen, das Osthaus-Museum Hagen oder das Kunstmuseum Bochum ist die Anschaffung moderner Audio-Führungssysteme teils zu teuer, teils lohnt sie sich auch aufgrund der Räumlichkeiten und Gruppengrößen nicht.Tragbare Audio-Guides

Diese neuen Führungsysteme sind nicht zu verwechseln mit tragbaren Audio-Guides oder mit Anwendungen für iPads und Android-Systeme. Zum Beispiel bietet das Skulpturenmuseum Glaskasten in Marl ein tragbares System gegen einen Aufpreis von zwei Euro. Im Museum Ostwall im Dortmunder U-Turm  führt ein kostenloser Audio-Guide durch die Dauerausstellung "Das Museum als Kraftwerk - Ein Rundgang durch die Sammlung des Museums Ostwall." Auch das MKK bietet kostenlose tragbare Audio-Guides die durch die Dauerausstellung führen, Exponate erklären, aber auch einen Gesamtüberblick bieten.

Mit handlichen Multimedia-Geräten können sich Besucher des LVR-RömerMuseums im Archäologischen Park Xanten auf einen virtuellen Streifzug durch die Antike begeben. Im LWL-Römermuseum Haltern  leitet ein spezieller Multimedia-Führer gehörlose Menschen mit Videos durch die Römerzeit.

Neanderthal Museum

Vorreiter im Bereich Multimedia ist das Neanderthal Museum in Düsseldorf, das seit Eröffnung 1996 ein besonderes Audiosystem anbietet. Besucher bekommen Kopfhörer, die in Buchsen neben den Exponaten eingestöpselt werden. Geführte Touren durchs Museum werden mit Audioverstärkern angeboten. Zudem gibt's Erklärungstexte zum Download im Internet.Der Trend geht zur App

Ein nicht aufzuhaltender Zukunftstrend ist die Museums-App. An übersichtlichen und pädagogisch wertvollen Applikationen fürs Smartphone arbeitet nicht nur das Neanderthal Museum auf Hochtouren. 

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