Klassisch oder geschwungen

Wettbewerb Parkhaus Jahrhunderthalle

MITTE Unterschiedlicher können zwei Entwürfe kaum sein. Beim Realisierungswettbewerb zum Parkhaus an der Jahrhunderthalle vergab die Jury zwei Mal den ersten Platz. Und wie wird jetzt gebaut?

von Von Benedikt Reichel

, 08.06.2009, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Beide Entwürfe arbeiten mit der künstlichen Topographie des Westparks und dessen eigenwilliger Landschaft, ohne dabei mit den anderen Baudenkmälern wie Jahrhunderhalle und Kolosseum in Konkurrenz zu treten. Und doch sind sie völlig verschieden.

Ergänzung

Klassisch oder geschwungen? Auf diese Frage läuft es hinaus, wenn Stadt und Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) entscheiden, welcher Entwurf realisiert werden soll. Die Bogenform des Darmstädter Architektenbüros Lengfeld & Wilisch schmiegt sich fließend an den Hang des Westpark-Plateaus an. Als "wohltuende Ergänzung der fragmentierten Räume" bezeichnet die Jury sein Konzept. Drei Ebenen bieten Platz für mehr als 300 Autos. Das Dach wird begrünt, fällt aus der Luft kaum auf. Die Fassade besteht aus einem Lamellenvorhang aus rostfreiem Stahl.Moderner Charakter

Klassischer die Architektur des Büros Raumwerk aus Frankfurt am Main. Quaderförmig füge sich das Gebäude städtebaulich völlig selbstständig in das bestehende Gefüge der umgebenden Gebäude ein, so die Preisjury. Dunkler Klinker gibt dem Parkhaus einen modernen Charakter und von der Dachterrasse des Parkhauses kommen die Besucher ohne Treppen auf den Vorplatz der Jahrhunderthalle.

Das Bochumer Architekturbüro Reiser & Partner wurde für ihren Dreiecks-förmigen Entwurf von der Jury mit einem zweiten Platz bedacht.

Kostenfrage

Beide erstplatzierten Architekten müssen noch nacharbeiten. Zu viel ungenutzte "Restfläche" bleibt den Stadtplanern bei der schwungvollen Variante, den Klinker des Quaders finden sie zu schön. Zudem erfüllt Variante zwei nicht die geforderten Stellflächen für Fahrzeuge.

Letztliche dürfte das Geld eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen. Dabei ist der Quader günstiger. Die Architekten aus Darmstadt liegen leicht über dem Kostenrahmen zirka 3,5 Millionen Euro - netto.