Klassischer Genuss und ätherische Welten

Bochumer Symphoniker

Ein sehr interessantes Programm boten die Symphoniker beim letzten Konzert der Saison im Schauspielhaus. Francesco Angelico, Chefdirigent in Innsbruck, leitete das Orchester bei seinem Streifzug von Mozart bis Schnittke.

BOCHUM

, 15.06.2014, 20:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Klassischer Genuss und ätherische Welten

BoSysMangova Beim letzten Konzert der Saison konzertierte Plamena Mangova am Hammerflügel mit den Bochumer Symphonikern im Schauspielhaus.

Gängige Hörgewohnheiten galt es, hinter sich zu lassen bei Mozarts 9. Klavierkonzert in Es-Dur. Klare Höhen über leicht schnarrendem Bass entlockte Mangova dem Hammerflügel. In fesselnd-traurigem Moll verschmolzen die Anschläge der Pianistin beim Andantino mit dem Orchester. Jagdlich munter mit bedächtigem Seitenthema wies der Schlusssatz auf das spätere Opernschaffen des Komponisten. Sprü-hend gab Angelico seine Einsätze, besonders an die wenigen verbliebenen Bläser. Mit einer Sonate Do-menico Scarlattis dankte Mangova den Applaus.

In größter Besetzung widmeten sich die Symphoniker den frechen Ideen Alfred Schnittkes. ‚(K)ein Sommernachtstraum‘ stürzte romantische Ansätze in Dissonanzen und grobschlächtige Verwebungen der Stimmen. Ein Violin-Solo vom letzten Pult der zweiten Geigen gehörte ebenso zu den Konventionsbrüchen, mit denen der Komponist das Publikum einem Wechselbad der Klänge aussetzte. Diesem bunten Treiben setzte Angelico einfühlsam die Ouvertüre des jungen Mendelssohn sowie einige Sätze der später entstandenen Bühnenmusik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ entgegen. Sachte Läufe spielten zu vibrantem Elfenreigen auf. Huschendes Treiben, aufkeimender Sturm und Volkstanz mündeten im triumphalen Hochzeitsmarsch mit hingebungsvollem Seitenthema. Als Zugabe gab’s Eis für alle!

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