Klavier-Festival Ruhr kritisiert die Philharmonie Essen scharf

Pianistentreffen ab 5. Mai

Das Klavier-Festival Ruhr feiert Amerika, genauer: die amerikanischen Komponisten wie Samuel Barber, Leonard Bernstein. Aaron Coplan und Charles Ives. Aber auch Südamerikaner wie Astor Piazzolla stehen im Mittelpunkt der 60 Konzerte vom 5. Mai bis 20. Juli in 22 Städten. In den Hintergrund trat die Vorstellung der Programme der 97 Pianisten gestern in der Philharmonie Essen allerdings durch die harsche Kritik von Festival-Intendant Franz-Xaver Ohnesorg an den Konzerthäusern in der Region.

Essen

, 13.01.2017, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Klavier-Festival Ruhr kritisiert die Philharmonie Essen scharf

Menahem Pressler ist der älteste Debütant des Klavier-Festivals Ruhr. Am 14. Juli spielt er im Musikforum Bochum. Foto: Borggreve

Das Konzerthaus Dortmund ist auch diesmal nur mit drei Konzerten dabei (18.5., Till Fellner, Juliane Banse und das Kölner Kammerorchester; 1.6., Khatia Buniatishvili; 27.6., András Schiff). Jetzt ist auch die Philharmonie Essen nur noch mit sechs Konzerten vertreten.

"Wir haben eine starke Restriktion bei der Werbung und können uns in dem Essener Haus nicht so entfalten, wie wir das möchten. Um zwei Plakate aufzuhängen, müssen wir einen Wucherpreis von 5000 Euro bezahlen. Und wir dürfen unsere Flyer nur bei unseren eigenen Konzerten an den Garderoben auslegen", schimpfte Ohnesorg und sprach von "Verdrängungswettbewerb".

"Klavier-Festival bekommt 15 Prozent Rabatt"

Die Intendanten seien nur Abteilungsleiter, in Essen sei der eigentliche Generalintendant Berger Bergmann, Geschäftsführer der Theater und Philharmonie Essen (TuP); das findet Ohnesorg "staatskapitalistisch". "Das Konzerthaus Dortmund ist auch nicht einfach", teilte er weiter aus.

Die TuP entgegnete auf Anfrage: "Das Klavier-Festival bekommt als einziger Gastveranstalter 15 Prozent Rabatt auf das Gesamtpaket, das Werbung mit Plakaten, Banner, Fahnen und Auslagen beinhaltet." Und Bergmann sei ein Geschäftsführer, der sich in die künstlerische Arbeit des Intendanten nicht einmische. "Wir freuen uns über jedes Gastspiel, und mit den wenigsten Veranstaltern haben wir Probleme", so Sprecher Christoph Dittmann.

Mehr Konzerte in Bochum

Das Klavier-Festival (mit Evonik als neuem Hauptspondor) weicht nach Bochum, ins neue Musikforum aus, wo es fünf Konzerte gibt - unter anderem das Eröffnungskonzert mit Christina und Michelle Naughton am 5. Mai. In Duisburg ist das Festival zehn Mal zu Gast, in Wuppertal fünf Mal, in Münster zwei Mal.

Brendel kommt mit einem Vortrag über sein Leben (7.6., Folkwang-Museum Essen), Daniel Barenboim spielt in Wuppertal, Chilly Gonzales jazzt in der Philharmonie Essen (8.6.), Rudolf Buchbinder spielt dort Beethoven (3.7.) und Michael Korstick im Ruhrfestspielhaus Beethovens sechstes Klavier-Konzert (1.7.), ein Fragment.

Der älteste der 15 Debütanten ist der 93-jährige Menahem Pressler (14.7., Musikforum Bochum). Den Preis des Festivals bekommen Komponist und Pianist Philip Glass, Maki Namekawa und Dennis Russell (12.7., Zollverein). Erstmals gibt es ein Adventskonzert (17.12. mit Olga Scheps in Hünxe) und ein Neujahrskonzert (23.1. mit Evgeny Kissin in Essen).

gibt es ab heute (14.1.) ab 10 Uhr unter Tel. (01806) 500803.