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Klavier-Festival setzt stärker auf Bochum als auf Essen

Intendant zieht Bilanz

57.500 Musikfreunde haben in diesem Jahr das Klavier-Festival Ruhr besucht, davon 17.000 bei der Extraschicht. Das waren 5500 mehr als im Vorjahr, obwohl es mit 69 Veranstaltungen sogar zwei Konzerte weniger als 2016 gab. Ohne Kritik an der Philharmonie Essen ging es allerdings auch in diesem Jahr nicht ab.

ESSEN

, 21.07.2017 / Lesedauer: 2 min
Klavier-Festival setzt stärker auf Bochum als auf Essen

Franz Xaver Ohnesorg ist Intendant des Klavier-Festivals Ruhr.

"In der Philharmonie Essen können wir nur eingeschränkt werben", sagte Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavier-Festivals Ruhr, gestern. Deshalb sei die Zahl der Konzerte von 14 auf fünf heruntergefahren worden. "Für den Kämmerer tut es mir leid, das sind 120.000 Euro weniger Miete für die Philharmonie", äußerte Ohnesorg leicht süffisant.

Schon im letzten Jahr hatte die Philharmonie Essen auf denselben Vorwurf geantwortet, dass Werbematerial nur entsprechend dem vereinbarten Merchandising-Paket ausgelegt werden dürfe.

"Fabelhafte Atmosphäre" beim Klavier-Festival

Als Gegenbeispiel führte Ohnesorg das Musikform Bochum ins Feld: "Da sind wir willkommen." Er lobt die "fabelhafte Atmosphäre" in dem neuen Haus. "Dieser intime Konzertsaal hat uns im Ruhrgebiet bisher gefehlt", betonte er. Fünf von sechs Konzerten waren dort ausverkauft.

Insgesamt verfügte Ohnesorg 2017 über einen Etat von 3,5 Millionen Euro. Der Initiativkreis Ruhr - ein Zusammenschluss der Wirtschaft - und andere Sponsoren finanzieren den Konzertreigen. Ohnesorg hob den Auftritt des 93-jährigen Menahem Pressler und den "unglaublich tollen Abend" mit András Schiff in Dortmund hervor.

300 Schüler besuchten "Little Piano School"

Bewegend waren Ohnesorgs Ausführungen zum Education-Programm. 300 Kinder besuchten die "Litte Piano School", die unter anderem in Dorsten stattfindet. In Duisburg-Marxloh studierten 400 Schüler Strawinskys Ballett "Le Sacre du Printemps", weitere 400 den "Feuervogel" ein.

In die dortigen Schulen kämen Kinder von Zuwanderern, erzählte Ohnesorg, die kein Wort Deutsch können und deren Eltern nicht lesen können. Ohnesorg: "Da kann man mit Musik viel ausrichten. Den Lehrern zu helfen, ist eine lohnende Aufgabe."