Kleiderkammer von "Mengede hilft" vor dem Aus

Letzer Öffnungstag ist 16. Mai

Die Tage der Kleiderkammer an der Dörwerstraße in Nette sind gezählt: Am 16. Mai (Dienstag) wird der Verein „Mengede hilft“ sie ein letztes Mal öffnen. „Uns fehlen einfach die Planbarkeit und Verlässlichkeit“, erklärt die Vorsitzende Elke Kock. Bei der Suche nach einem neuem Standort gibt es ein großes Problem.

NETTE

, 19.04.2017, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Foto mit Symbolcharakter: Noch verschließt kein Zaun den Weg zur Kleiderkammer an der Dörwerstraße, doch ab dem 16. Mai wird die Einrichtung des Vereins „Mengede hilft“ dauerhaft geschlossen bleiben.

Ein Foto mit Symbolcharakter: Noch verschließt kein Zaun den Weg zur Kleiderkammer an der Dörwerstraße, doch ab dem 16. Mai wird die Einrichtung des Vereins „Mengede hilft“ dauerhaft geschlossen bleiben.

Schon beim Einzug im April 2016 war klar: Die Räume können nur ein Übergangsdomizil für rund ein Jahr sein. Auf dem Areal des ehemaligen Rewe sollen nämlich ein Kindergarten mit angegliederter Demenzwohngruppe und ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Alle zwei Monate wurde dem Verein die Nutzung durch den Eigentümer und die AL Kita Bau GmbH verlängert. „Aber nach einem Jahr ist man im Kopf doch aufs Ende fixiert. Die Ungewissheit, dieser häppchenweise Aufschub, wurde schließlich zur Belastung, und für die Spender sind wir kein verlässlicher Partner mehr“, so Elke Kock. Aber sie möchte nicht falsch verstanden werden, für die mietfreie Nutzung der Immobilie sei der Verein natürlich sehr dankbar: „Das können wir dem Eigentümer gar nicht hoch genug anrechnen.“

Verein kann Miete nicht aufbringen

Am Geld ist die Suche nach Ersatzräumen bislang gescheitert. Denn Miete aufbringen kann „Mengede hilft“ nicht. „Zwei oder drei Monate ginge das, danach wären wir am Ende“, sagt Bezirksbürgermeister Willi Tölch. Er engagiert sich im Verein als Kassierer.

Die Hoffnung auf eine Fortsetzung ihrer erfolgreichen Arbeit haben die Verantwortlichen aber noch nicht aufgegeben. „Es wäre schön, wenn sich wieder eine solche Anlaufstelle entwickeln würde“, so Kock. Sie sagt ganz bewusst Anlaufstelle, nicht Kleiderkammer. Denn in den vergangenen Monaten haben die Flüchtlinge an der Dörwerstraße nicht nur Kleidung und Möbel erhalten, sondern auch „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie es Kock nennt.

Man habe ihnen im Alltag unterstützend zur Seite gestanden, statt ihnen die Arbeit einfach nur abzunehmen. Und dabei auch viel gelernt: „Dass etwa eine afghanische Familie für ihr Baby, das in hier geboren ist, einen eigenen Asylantrag stellen muss“, so Elke Kock. 257 Ausweiskarten für die Kleiderkammer hat der Verein ausgestellt, 229 Wohnungen mit Möbeln eingerichtet.

Syrer vermittelt

Nach dem Auszug der Kleiderkammer soll Madne Ali (48), ein kurdischer Syrer, als Kontaktperson zwischen den Flüchtlingen und dem Helfer-Team fungieren. Der vierfache Familienvater und Lehrer ist schon lange eine konstante Stütze für „Mengede hilft“. „Helfen ist für mich wichtig. Ich will nicht einfach nur zu Hause herumsitzen.“

Am 28. April (Freitag) ist Annahmeschluss für Kleiderspenden. Der Deutschunterricht des Vereins läuft weiter. Übrige Kleiderspenden werden in einem Privat-Keller zwischengelagert. Die nächste Mitgliederversammlung ist am 10. Mai (Mittwoch) ab 18.30 Uhr im Begegnungszentrum an der Bürenstraße.

Jetzt lesen

Schlagworte: