Kleingärtner sorgen mit Gartenzaun für Streit

Am Sommerberg/Am Winterberg

Wer ein Beispiel dafür sucht, dass das Errichten einer Mauer nicht gut für den Frieden ist, der sollte in die Siedlung Am Sommerberg/Am Winterberg in Hörde blicken. Dort stört ein Zaun zwischen dem Wohngebiet und der Kleingartenanlage Otto Hue empfindlich die Atmosphäre.

HÖRDE

, 06.07.2017, 05:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus diesem Metallzaun am Zugang von der Straße Am Sommerberg zur Gartenanlage Otto Hue ist in den vergangenen Monaten ein Streitthema geworden.

Aus diesem Metallzaun am Zugang von der Straße Am Sommerberg zur Gartenanlage Otto Hue ist in den vergangenen Monaten ein Streitthema geworden.

Alexandra Reuland hat genug. „Es geht nicht mehr“, sagt die Vorsitzende des Kleingartenvereins Otto Hue. Seit mehreren Monaten diskutiert sie über den Zaun mit einem Tor. Die Kurzfassung: Zaun aufgebaut, Tor verschlossen, Tor gewaltsam geöffnet, dann verschweißt und schließlich wieder zerstört. „Ich werde dem Vorstand vorschlagen, den Zaun wieder abzubauen“, sagt Reuland am Dienstag.

Vandalismus

Es beginnt mit einer Entscheidung im Vorstand des Kleingartenvereins im Jahr 2013. Weil sich am Vereinsheim Schäden durch Graffiti und Vandalismus häufen, stellen die Gärtner beim Stadtverband und bei der Stadt Dortmund einen Antrag auf den Bau des Zauns an einem viel genutzten Seiteneingang.

Die Anlage hat zwei Haupteingänge, am Steinkühlerweg und an der Huestraße. Doch der Seiteneingang ist seit Jahrzehnten für viele Bewohner der Siedlung der gewohnte, weil kürzeste Weg. Als Alexandra Reuland vor zwei Jahren den Garten-Vorsitz übernahm, begegnete ihr der niemals umgesetzte Beschluss. Und ein Stapel Rechnungen, 6000 Euro insgesamt, für neue Reparaturen am Vereinsheim wegen Schmierereien und Zerstörungen. So kam der Zaun vier Jahre nach dem Beschluss doch. Seitdem ist es mit dem Frieden vorbei.

Politische Dimension

Schon im April hatte sich ein langjähriger Bewohner der Siedlung an unsere Redaktion gewandt und über den versperrten Zugang geklagt. In der vergangenen Woche bekam das Thema sogar eine politische Dimension. In der Bezirksvertretung Hörde sprachen der Vertreter der Siedlergemeinschaft Am Sommerberg/Am Winterberg und der Kindertagesstätte am Steinkühlerweg vor. Hintergrund war ein Antrag des Kleingartenvereins auf 8000 Euro Zuschuss für den Spielplatz in der Anlage. Dem dürfe die Bezirksvertretung nicht zustimmen, weil das Tor massiv das Miteinander im Viertel störe. Die Kinder müssten weite und verhältnismäßig gefährliche Umwege gehen. Kindergartenausflüge fielen dadurch ganz weg. Dies noch aus dem öffentlichen Budget zu fördern, sei falsch, so argumentierten die Sommerberg-Bewohner.

Mit Schlägen gedroht

Tatsächlich vertagte die Bezirksvertretung die Entscheidung über die 8000 Euro noch einmal, obwohl dieser Posten schon seit mehreren Monaten auf der Liste der Haushaltsentscheidungen steht und es bereits Gespräche mit dem Gartenvorstand gab.

Alexandra Reuland berichtet von einer unangebrachten Schärfe, die in die Sache gekommen sei. „Ich habe immer angeboten, in Ruhe miteinander zu sprechen. Aber dieses Angebot hat niemand angenommen.“ Stattdessen seien Zaun und Tor direkt beschädigt worden. Vorstandsmitgliedern seien von Nachbarn Schläge angedroht worden. „Ich bin ziemlich geschockt, was aus einer banalen Sache werden kann“, meint die Gartenvereins-Vorsitzende.

Laut Alexandra Reuland sei der Zugang nie ein regulärer Weg gewesen. „Geöffnet wurde er überhaupt nur, weil wir dem damaligen Betreiber einer Gastronomie im Vereinsheim entgegengekommen sind“, sagt sie. Der Gartenverein vermietet das Vereinsheim mittlerweile dauerhaft an die Arbeiterwohlfahrt. Diese habe einen Schlüssel für das Tor.

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