Klettern am Industriedenkmal - Grüne gegen Weiterplanung

BV fordert weitere Kostenprüfung

Die Pläne des Alpenvereins Dortmund und der Stadt mit dem Gasometer auf dem Phoenix-West-Gelände sind ambitioniert. Das Industriedenkmal soll zu einem Kletterzentrum, vor allem für Leistungssportler werden.

HÖRDE

, 15.11.2016, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Klettern am Industriedenkmal - Grüne gegen Weiterplanung

Der Gasometer mit dem denkmalgeschützten Hoesch-Schriftzug soll zum Kletterzentrum werden.

Die voraussichtlichen Kosten liegen bei über 20 Millionen Euro. Mit der Folge, dass die Planung nicht uneingeschränkt positiv gesehen wird. Vorab: Es wird weiter untersucht. Die Bezirksvertretung Hörde empfahl in ihrer November-Sitzung dem Rat, die „ergänzenden Untersuchungen zum Gasometer“ am 8. Dezember zu beschließen. Für rund 50.000 Euro Zusatzkosten werden dann noch einmal Fragen wie die Unterhaltungskosten und der Artenschutz thematisiert.

Eine Machbarkeitsstudie war im Sommer bereits zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Nutzung des Gasometers als Kletterhalle möglich sei – allerdings zu einem hohen Preis. Der Alpenverein selbst hat angekündigt, sich mit einer Million Euro am Umbau zu beteiligen und nachher nur als Mieter aufzutreten.

Politiker sehen gewisse Risiken

Die Hörder Bezirkspolitiker sehen in der Planung gewisse Risiken. Was sie in der vergangenen Woche mit deutlichen Worten vernehmbar machten. „Wir brauchen kein weiteres Leuchtturmprojekt im Freizeitbereich. Aber es zu prüfen, macht dennoch Sinn“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Depenbrock. „Wir wollen kein Fass ohne Boden“, meinte Werner Sauerländer (SPD).

„Es geht nicht um Breitensport, sondern um Elitensport, ähnlich wie beim Leichtathletik-Stadion in Hacheney. Wenn ich das Gejammere vom Kämmerer über leere Kassen höre und dann fließen 50.000 Euro in diese Planung, ärgert mich das“, sagte Klaus Tillmann (Grüne), dessen Fraktion gegen die Weiterplanung stimmte.

Linke-Bezirksvertreter Hans-Otto Wolf warnte davor, dass die Stadt auf den Kosten aus eventuellen Vorleistungen sitzen bleiben könnte. Skeptisch machte Klaus Tillmann zudem der Zusatz, dass die Gasometer-Planung zum „Stadtumbau Hörde“ gehöre. Also dem Programm für öffentlich geförderte Bauprojekte und soziale Initiativen für den Wandel Hördes. „Das hat mit Stadtumbau nichts zu tun. Ich habe die Befürchtung, dass Mittel hier herein fließen, die für etwas anderes vorgesehen sind.“

Bau-Ausschuss gibt grünes Licht

Der Bau-Ausschuss des Rates gab am Dienstag ebenfalls grünes Licht für weitere Untersuchungen – allerdings verbunden mit einem SPD-Antrag. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, den Alpenverein zu einer Kostenbeteiligung an dem neuen Gutachten zu drängen. Zudem dürfe es keinen Automatismus geben, dass mit den Untersuchungen eine Umsetzung der Pläne vorgeprägt wird, mahnte SPD-Sprecher Hendrik Berndsen. So sah es auch CDU-Ratsherr Sascha Mader, der sich gegen einen „Blankoscheck“ für das Kletterzentrum aussprach. Mader: „Wir möchten keinen zweiten U-Turm haben.“ 

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