Kloppereien sind der Lebensinhalt von Hooligan Holger

Ruhrfestspiele

Mit seinem Romandebüt "Hool" schaffte es Philipp Winkler im vergangenen Jahr auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Lars-Ole Walburg hat das Werk über Hannoveraner Hooligans für die Bühne adaptiert und - in einer Kooperation des Schauspiel Hannover mit den Ruhrfestspielen -inszeniert. Umjubelte Premiere war am Donnerstag im Kleinen Haus des Festspielhauses in Recklinghausen.

RECKLINGHAUSEN

26.05.2017, 11:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Hooligan Holger (vorne) mit seinem Säufer-Papa.

Der Hooligan Holger (vorne) mit seinem Säufer-Papa.

Zwei Stunden lang sieht das Publikum sozusagen der Entstehung eines Hörbuchs zu, da Walburg "Hool" in ein Tonstudio verlegt hat.

Asi-Onkel und Studenten-Freund tragen klischeehafte Kostüme

In seiner Fassung für die Bühne gibt es kaum Dialoge, er verteilt den Prosatext auf seine fünf Schauspieler. Die Mimen dürfen alle mal die Hauptperson Holger sprechen, die am rot-weiß-gestreiften Pulli erkennbar ist. 

Für die anderen Figuren - vom kriminellen Asi-Onkel bis zum studentischen Hooligan-Freund - hat Nina Gundlach klischeehafte Kostüme entworfen.

Tonstudio sitzt in drehbarem Klettergerüst

Es gibt zwar wenig zu spielen, dafür viele Umzüge, denn die Darsteller wechseln ständig die Rollen. Das Tonstudio sitzt in einem drehbaren Klettergerüst (Bühne Robert Schweer) und auf dem kraxeln die Mimen fleißig herum.

In erster Linie wird die Geschichte erzählt, wenn auch sehr engagiert und zum Teil in Chorsprech. Holgers Lebensinhalt sind die Prügeleien mit anderen Hooligans und die werden ausführlich geschildert.

Holger fühlt sich von Schläger-Kumpeln allein gelassen

Er kommt aus einer zerrütteten Familie - Papa säuft, Mama weg - und arbeitet ein bisschen bei seinem kriminellen Onkel in der Mucki-Bude. Als sich seine Schläger-Kumpel anderen Lebensperspektiven zuwenden, fühlt er sich allein gelassen, prügelt sich aber weiter.

 

 Termine: 27./28.5.; : Tel. (02361) 92180.