Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kloster am Imbuschplatz droht der Abriss

Redemptoristen verlassen Bochum

BOCHUM Ein traditionsreicher Ort des Glaubens wird Anfang nächsten Jahres aus der Innenstadt verschwinden: Die Redemptoristen-Patres geben ihr Kloster am Imbuschplatz auf. Eine Zukunft gibt es für den markanten Backsteinbau und die angeschlossene Kirche wohl nicht.

von Von Christoph Walter

, 25.02.2010
Kloster am Imbuschplatz droht der Abriss

Pater Wolfgang Gerhard und seine acht Mitbrüder geben im Januar 2011 das Kloster am Imbuschplatz auf.

„Ja, wir werden den Standort Bochum verlassen, das Klostergrundstück wird verkauft“, erklärte Pater Wolfgang Gerhards am Donnerstag auf Anfrage. Spürbar schwer geht dem Superior des Hauses dieser Satz über die Lippen. Schließlich haben er und seine Vorgänger die Stadtgeschichte über einen Zeitraum von mehr als 140 Jahren mitgeprägt. 1868 wurde das Kloster am Imbuschplatz erbaut, zwei Jahre später eingeweiht. Die Patres übernahmen die Seelsorge für die Zuwanderer, die die Industrialisierung nach Bochum brachte. Ein Schwerpunkt, den sie bis in die Gegenwart beibehalten haben.

Es ist der Nachwuchsmangel, der Pater Gerhard und seine acht Mitbrüder jetzt dazu zwingt, der Stadt den Rücken zuzukehren und in andere Klöster umzuziehen. „Das hat einfach keinen Zweck mehr“, bedauert er, „der Jüngste von uns ist 60, der älteste 91.“ Er selbst sei mit seinen 70 Jahren drittjüngster Pater im Bunde. „Mit dem Generalvikariat des Bistums Essen haben wir inzwischen den 16. Januar 2011 als Auszugstermin abgesprochen, der Bischof möchte uns unbedingt persönlich verabschieden“, so Pater Gerhard weiter.

Für das Grundstück gibt es offenbar schon einen Kaufinteressenten. Die Verträge sind laut Pater Gerhard vorbereitet. Das Klostergebäude und die Klosterkirche mit ihrem vom Westring aus gut sichtbaren Turm – beide Gebäude wurden 1943 bei Angriffen zerstört und neu aufgebaut – stehen nicht unter Denkmalschutz. Pater Gerhard: „Sie werden wohl abgerissen.“