Knolle und Heßmann in blendender Form: Treppchen und Bergkönig-Trikot für RSV-Duo

Radsport

Die Halbprofis des RSV Unna sind derzeit in blendender Form. Bei ihren jüngsten Rennen haben sie mit ihren Leistungen ordentlich Eigenwerbung betrieben.

Unna

09.06.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jubel bei Jon Knolle: In Italien

Jon Knolle jubelt in Italien: Der RSV-Halbprofi fuhr im Profirennen aufs Treppchen. © RSV

In den vergangenen Tagen machten die Halbprofis des RSV Unna stark auf sich aufmerksam. Zunächst überraschte Jon Knolle in Italien. Der großgewachsene Unnaer hatte sich eigentlich bei seinem Gewicht keine großen Chancen beim gut besetzen Profi-Bergrennen ausgerechnet. Aber als nach der Rennhälfte aus seinem SKS-Sauerland-Team kein Fahrer mehr im Hauptfeld war, lag plötzlich die ganze Verantwortung auf den Schultern des Journalistikstudenten.

Jon Knolles italienische Mitstreiter haben die schnelleren Beine

Und seine Beine spielten mit, als Knolle einer kleinen Spitzengruppe nachsetzte, sie erreichte und die Gruppe mit großem Vorsprung Richtung Ziel führte. Ohne Mannschaftshilfe hatte er gegen die italienischen Teams im Endspurt aber kaum Chancen. Knolle fuhr daher den Spurt von der Spitze und merkte schon 200 Meter vor dem Ziel, dass die Mitstreiter etwas schnellere Beine hatten. Aber es reichte zu Rang drei und damit zu einer internationalen Treppchen-Platzierung. Auf diese Leistung lässt sich aufbauen.

Michel Heßmann bestritt nach der Polen-Zwei-Tage-Tour sofort mit der U23-Nationalmannschaft das berühmte Mehr-Etappenrennen „Friedensfahrt“ von Sachsen nach Tschechien. Gleich im Einzelzeitfahren zu Beginn zeigte der Spezialist in dieser Disziplin, dass er auch kurze Distanzen (5 Kilometer) schnell absolvieren kann. Mit nur wenigen Sekunden Rückstand belegte er Platz fünf.

Auf der zweiten und dritten Etappe konnte Heßmann die Position unter den besten Zehn in der Gesamtwertung behaupten, obwohl er einmal in einen kleinen Sturz kurz vor dem Ziel verwickelt wurde. So war klar, dass die letzte, bergige Etappe über 170 Kilometer die Entscheidung um den Gesamtsieg bringen würde. Heßmann riskierte alles. Er setzte sich nach 20 Kilometern mit einer Spitzengruppe vom Feld ab und blieb fast 150 Kilometer vorne.

Heßmann holt in der Mannschaftswertung Platz zwei hinter Frankreich

Die zwei Bergwertungen unterwegs gewann der amtierende Europameister im Teamzeitfahren klar und übernahm damit die Führung in der prestigeträchtigen Bergwertung der Friedensfahrt. Dann kam der lange Schlussanstieg und die Bergspezialisten attackierten andauernd. Schlussendlich musste Heßmann abreißen lassen und eine Spitzengruppe ziehen lassen. Insgesamt sprang so der 14. Gesamtrang heraus.

Michel Heßmann im Bergtrikot der Friedensfahrt.

Michel Heßmann im Bergtrikot der Friedensfahrt. © RSV

Wichtiger war, dass er im Nationaldress bei der Siegerehrung das Bergkönig-Trikot der Friedensfahrt übergestreift bekam und mit den Mitstreitern aus dem Nationalteam hinter Frankreich den zweiten Platz in der Mannschaftswertung eroberte. Nun muss sich Bundestrainer Ralf Grabsch mit der Teamleitung von Heßmanns Jumbo-Visma-Rennstall absprechen, wie die weitere Planung aussehen soll, damit die Saisonziele (vordere Plätze bei der „Tour de l’Avenir“ und der Weltmeisterschaft in Belgien) erreicht werden können.

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