Kölner OB: Kein Hinweis auf Flüchtlinge als Täter

Übergriffe in Silvesternacht

Nach den Übergriffen auf Frauen vor dem Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht ist zu den Tätern weiterhin wenig bekannt. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte am Dienstag, die Behörden hätten keinerlei Hinweise, dass es sich um Flüchtlinge handele. Entsprechende Vermutungen halte sie für „absolut unzulässig“. „Wir haben derzeit keine Erkenntnisse über Täter“, sagte Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers.

KÖLN

05.01.2016, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Polizeipräsident Wolfgang Albers.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Polizeipräsident Wolfgang Albers.

Dieser Artikel stammt vom 5. Januar. Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier:

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Dutzende Frauen sollen in der Silvesternacht auf dem Bahnhofsvorplatz aus einer Gruppe von etwa 1000 Männern heraus angegriffen worden sein. Die Polizei hatte von Sexualdelikten in massiver Form und von einer Vergewaltigung gesprochen. „Es gibt keine tausend Täter“, stellte Albers klar. Es habe eine Ansammlung von Menschen gegeben, aus der heraus Straftaten begangen worden seien. Zum jetzigen Zeitpunkt könne er noch keine Zahl von Tätern oder Tatverdächtigen nennen.

Drei Notrufe in der Silvesternacht

Albers wies Kritik am Einsatz der Polizei zurück. Es seien ausreichend Kräfte auf dem Bahnhofsvorplatz gewesen. „Wir waren an dem Abend ordentlich aufgestellt.“ Die Beamten hätten zwar schon in der Silvesternacht von Übergriffen Kenntnis bekommen. Der volle Umfang - insbesondere der sexuellen Übergriffe - sei allerdings erst am nächsten Tag klar geworden. „Es hat auf der Leitstelle in der Nacht drei konkrete Notrufe zu dem Sachverhalt gegeben.“ Bislang gebe es 90 Strafanzeigen. Er rechne damit, dass es mehr werden, sagte Albers.

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Der Einsatz habe damit begonnen, dass sich gut 1000 Männer auf dem Vorplatz und den Treppen zum Kölner Dom aufgehalten und Pyrotechnik gezündet beziehungsweise damit von oben auf Passanten geschossen hätten. Die Beamten hätten erst ab 1 Uhr, als der Platz vor dem Hauptbahnhof längst geräumt gewesen sei, erste Hinweise auf schwere Straftaten erhalten, sagte der Leitende Polizeidirektor, Michael Temme. Das gesamte Ausmaß der Übergriffe sei auch zu diesem Zeitpunkt noch unklar gewesen.

Sicherheitsmaßnahmen zu Karneval

Albers kritisierte jedoch die erste polizeiliche Einschätzung der Lage am Neujahrsmorgen. „Diese erste Auskunft war falsch.“ In einer Pressemitteilung hatte die Polizei die Einsatzlage in der Silvesternacht als entspannt beschrieben.

Hier die entsprechende Passage der Mitteilung:
„Kurz vor Mitternacht musste der Bahnhofsvorplatz im Bereich des Treppenaufgangs zum Dom durch Uniformierte geräumt werden. Um eine Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1000 Feiernden zu verhindern, begannen die Beamten kurzfristig die Platzfläche zu räumen. Trotz der ungeplanten Feierpause gestaltete sich die Einsatzlage entspannt - auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte.“ 

 

 

Als Konsequenz aus den Übergriffen will die Stadt Köln ihre Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen verschärfen. Stadt und Polizei hätten Maßnahmen entwickelt, „die dazu führen sollen, dass es solche Vorfälle hier nie wieder gibt“, sagte Reker. Frauen und Mädchen müssten ohne jedes Unsicherheitsgefühl in der Domstadt Karneval feiern können. „Wir wollen hier keine unkontrollierbaren Orte in Köln.“ Es müsse eine Stadt bleiben, „in der jeder auch feiern kann“. Albers kündigte mit Blick auf Karneval an: „Nun werden wir deutlich die Präsenz erhöhen.“ Die Polizei werde sowohl uniformierte als auch zivile Kräfte einsetzen und mobile Videoanlagen einrichten. 

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