König der Könige gesucht

WITTEN Alle fünf Jahre nur findet es statt: Das Königsschießen des Schützenkreises Witten. Vor 15 Jahren wurde das Königsschießen ins Leben gerufen. Am vergangenen Samstag präsentierte sich zum dritten Mal der Schützenverein Borbach 1919 als Gastgeber - der Vogel fiel nach dem 666. Schuss.

von Von Christian Lukas

, 19.08.2007, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Ehrenvorsitzender Helmut Finkensiep nahm unter kritischen Blicken von Reinhold Wegmann und Heinz-Jürgen Dietrich (r.) den Vogel ins Visier. Lukas</p>

<p>Ehrenvorsitzender Helmut Finkensiep nahm unter kritischen Blicken von Reinhold Wegmann und Heinz-Jürgen Dietrich (r.) den Vogel ins Visier. Lukas</p>

Beim Schützenfest kann es auch mal etwas lauter werden. Außerdem braucht man Platz für die Gäste, für den Schießstand, den Holzadler, der hoch über Teilnehmern und Besuchern thront. Ein Platz wie der an der Borbach ist da prädestiniert. Man stört keine Anwohner, das Gelände ist weitläufig.

In ländlichen Regionen gehören Schützenfeste zu den festen Traditionen des Zusammenlebens. Aber in einer Stadt wie Witten? Das Gros der Besucher des Königsschießens rekrutierte sich aus Mitgliedern der Wittener Vereine. Eine Großveranstaltung, das ist alle drei Jahre das Herbeder Königsschießen in Vormholz, zu dem stets Hunderte von Besuchern kommen.

Schützentradition bewahrt

"In Herbede", so Manfred Richter, Kassierer des Schützenkreises, "hat sich diese Tradition wahrscheinlich aufgrund des kleinstädtischen Charakters dort bis heute halten können. Viele Herbeder betrachten ihren Stadtteil nach wie vor als ihr Dorf, da ist es für die beiden Vereine vor Ort, den BSV und den SSV Westherbede, viel leichter Präsenz zu zeigen als dies für die Vereine in den anderen Stadtteilen möglich ist."

Hinzu kommt, dass sich viele Vereine inzwischen ganz aufs Sportschießen konzentrieren und keine Schützenfeste mehr veranstalten. Aus Platzmangel, aus Geldmangel. Außerdem braucht man viele freiwillige Helfer.

Immerhin gibt es noch zehn Vereine in Witten, unter anderem im Muttental, Papenholz, Annen und Stockum-Düren. Deren Vereinsleben würde Kreisvorsitzender Reinhold Wegmann als durchaus lebendig bezeichnen.

In Bezug auf den Nachwuchs gibt es kein einheitliches Bild. Die Herbeder Vereine stehen gut da und Borbach 1919 hat in letzter Zeit einen regelrechten Boom erfahren, die Jugendarbeit läuft hervorragend. Andere Vereine aber, schränkt er ein, haben Nachwuchsprobleme.

Krone, Zepter, Apfel - und dann der "Adler"

Beim Schützenfest schießen die Teilnehmer zuerst auf die Krone, dann auf Zepter und Apfel, rechten und linken Flügel und schließlich auf den Adler selbst. Beim Schießen auf den Adler durften am Samstag allerdings nur die Schützenkönige der einzelnen Vereine teilnehmen - um quasi den König der Könige zu ermitteln.