König "Ubu" im Weltraum

Musiktheater im Revier

"Ubu - eine musikalische Groteske", so nennt der amerikanische Komponist Sidney Corbett, eine Oper. Die hat er im Auftrag des Musiktheaters im Revier (MiR) für das MiR-Jugendorchester (Leitung Clemens Jüngling) und den Kinderchor der Musikschule (Leitung Alfred Schulze-Aulenkamp) geschrieben.

GELSENKIRCHEN

von Von Heinz-Albert Heindrichs

, 17.04.2012, 19:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Vater Ubu (Michael Dahmen) mit Zwei (Hongjae Lim).  <p></p> Malinowski</p>

<p>Vater Ubu (Michael Dahmen) mit Zwei (Hongjae Lim). <p></p> Malinowski</p>

Sie gemeinsam mit 32 jugendlichen Instrumentalisten und 20 Kindern des Chors zu einer professionellen Bühnenreife zu bringen, das ist ein künstlerisches Abenteuer, das Schule machen sollte.

Corbetts Oper basiert auf Alfred Jarrys "Ubu"-Satire, die 1896 in Paris einen Theaterskandal auslöste: Da bringt ein Exzentriker mit Hilfe seiner Frau den König um und errichtet eine irrwitzige Tyrannei; das erinnert an Shakespeares "Macbeth", deutet aber voraus auch einen Hitler an.

Zitate von Bartók und Berg Simone Homem de Mello hat dem Komponisten ein Libretto geliefert, das beide Aspekte mit bedenkt: Hier wird Ubu von zwei Astronauten erlebt, die auf einer Reise zur Erforschung der Zeit sind, und sie müssen erkennen, dass es die böse Geschichte schon vorher gab und wieder und wieder geben wird.

Die Partitur verlangt den jungen Leuten viel ab; sie ist gespickt mit Zitaten, die an Bartok oder Berg, aber auch an Jimi Hendrix erinnern. Sie ist sperrig und entspricht dabei dem Charakter eines Ubu. Dennoch spürt man eine gewisse Vorsicht im Umgang mit Dissonanzen und rhythmischen Figuren; den Biss von Bernd Alois Zimmermanns Ubu-Ballett von 1966 hat sie nicht.

Drastisches Puppenspiel Regisseur Alexander von Pfeil setzt das Stück in der Art eines drastischen Puppenspiels in Szene, und dabei hat er in Michael Dahmen und Almuth Herbst (Vater und Mutter Ubu) zwei Profis auf der Bühne, die das Geschehen bestimmen und mitreißen.

Das Premierenpublikum verhielt sich gesittet, nicht wie damals in Paris: Es bewunderte vor allem die enorme Leistungen des MJO, des MiR-Jugend-Orchesters, und des Gelsenkirchener Kinderchors.

Termine: 19./26./28. 4., Karten: Tel. (0209) 409 72 00.