"Körnepättken" erfreut Dortmunder Radler und Wanderer

Neuer Pfad

Groß war der Protest der Radler und Wanderer, die am Körnebach auf Kamener Gebiet vor einem verschlossenen Tor standen. Die Natur dahinter sollte geschützt werden. Doch jetzt ist ein Kompromiss gefunden zwischen Naturschutz und Freizeitnutzung.

HUSEN

von Von Uwe Brodersen

, 20.04.2012, 05:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das »Körnepättken« fühlt sich gut unter den Füßen an. Entlang der Körne können die Wanderer die Natur genießen.

Das »Körnepättken« fühlt sich gut unter den Füßen an. Entlang der Körne können die Wanderer die Natur genießen.

Am Donnerstag wurde der 900 Meter lange, „Körnepättken“ genannte Pfad zwischen der Wasserkurler Straße in Kamen und dem Kühlkamp in Husen für die Öffentlichkeit frei gegeben.  Kamens Bürgermeister Hermann Hupe betonte, dass damit nun ein zusammenhängendes Wegenetz für die Radler, Wanderer und Jogger erreicht sei. Denn von der Jägerbrücke (Wasserkurler Straße) bis zur Möllerbrücke in Westick stünden weitere 1,9 Kilometer zur Verfügung. Von der Wasserkurler Straße aus müssten sich die Freizeitsportler und Spaziergänger in die Körnesiedlung wenden. Dort sei ein Stichweg gebaut worden, so dass nun eine Verbindung nach Südkamen bestehe.  

 Der Bürgermeister schilderte die Ausgangslage: Um die Natur zu schützen, sei der Bereich, in dem sich nun das „Körnepättken“ befinde, drei Jahre gesperrt gewesen. „Das war ein Test, und wir haben ihn ausgewertet. Das Ergebnis: An dieser Stelle kann er geöffnet werden, nicht aber auf der anderen Seite.“ Die Natur soll sich am Ufer des Körnebachs östlich der Wasserkurler Straße ein ganzes Stück weit ungestört entwickeln können.

 Auch Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, lobte den Kompromiss zwischen Naturschutz und Freitzeitnutzung. Er appellierte an die Bürger, Verantwortung zu übernehmen und keinen Vandalismus zuzulassen.Die Wildzäune entlang des Pfades dienten dem Schutz von Flora und Fauna am Ufer und sollten vor allem Hunde davon abhalten, dorthin zu laufen.  

 Stemplewski machte darauf aufmerksam, dass der Pfad kein regelgerechter Radweg sei, also bei Schäden keine Haftung übernommen werde. Der Körnebach, der früher übel roch, sei zu einem schönen kleinen Fluss geworden. Bis 2017 sollen alle Schmutzwasserläufe im Emscher- und Lippegebiet verschwunden sein. Ratsvertreter Friedhelm Sohn dankte allen Akteuren, die die Nutzung des Körnebach-Weges für die Dortmunder ermöglicht hatten.