Kokerei Hansa verzeichnet 2016 Besucherrekord

Industriedenkmal

Das Gelände der Kokerei Hansa hat eine große Anziehungskraft: Die denkmalgeschützte Kokerei, die Kletterhalle Bergwerk und der Bahnhof Mooskamp führten im Jahr 2016 insgesamt 188.800 Besucher nach Huckarde – ein Rekordjahr.

HUCKARDE

, 31.01.2017, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kokerei Hansa in Huckarde zog 2016 fast 200.000 Besucher an.

Die Kokerei Hansa in Huckarde zog 2016 fast 200.000 Besucher an.

Die Begeisterung für das Industriedenkmal Kokerei Hansa als einer der großen Ankerpunkte auf der „Route der Industriekultur“ scheint ungebrochen. Mit 48.300 Besuchern verdoppelte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast. „Das ist ein riesiger Erfolg“, sagt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. „Und zwar nicht nur für unseren Standort, sondern auch für den Dortmunder Nordwesten.“

In den Vorjahren mussten durch diverse Bauarbeiten wie die Kanalsanierung oder das Regenwassertrennsystem immer wieder Bereiche gesperrt werden. Die positive Entwicklung der Besucherzahlen führt Ursula Mehrfeld aber auch auf das Veranstaltungsangebot zurück. Die Ausstellung Emscherkunst, die Extraschicht und ein Streetfood-Festival hätten auch jüngere Menschen auf das Industriedenkmal gelockt. Aber auch kleinere Events wie der Tag des offenen Denkmals, der Montantrödelmarkt und die unterschiedlichen Konzerte bei „Hansa Revier Huckarde“ zogen Besucher an, wie die Stiftung in einer Pressemitteilung schreibt.

Nachtlichtführung ist der Publikumsfavorit

Eine große Nachfrage habe es auch bei den industriehistorischen Führungen gegeben, bei denen die technischen Anlagen und Produktionsabläufe im Vordergrund stehen. „Publikumsliebling im Führungsangebot bleibt aber weiterhin die beliebte Nachtlichtführung am Freitagabend, bei der die Besucher mit eigener Taschenlampe im Gepäck das weitläufige Areal bei Wind und Wetter erkunden“, so die Stiftung.

Die Gäste kamen größtenteils aus dem Ruhrgebiet und den Niederlanden, es gab aber auch Gruppen aus der Schweiz und Österreich. Laut einer Besucherbefragung waren die Kompressoren und die Koksöfen besonders beliebt. Vom Ausmaß des Industrieareals und der architektonische Gestaltung der ehemaligen Kokerei zeigten sich Besucher begeistert, ebenso wie vom Begehen der Förderband-Brücke und dem Blick über das Gelände an den Panoramafenstern im Kohlenturm.

Noch mehr Aktivitäten geplant

Ursula Mehrfeld sagt, das Potenzial des Standorts sei noch nicht erschöpft: „Wir werden weitere Bereiche für Besucher erschließen.“ Der Bereich der Kühltürme solle bis Ende Februar fertiggestellt werden, dann wird einer der Türme begehbar sein - Besucher können sich dort die Verrieselungsanlage anschauen. Darüber hinaus soll der Kokslöschturm aktiv in die Ausstellung eingebunden werden. „Auch das Salzlager wollen wir noch mal in den Fokus nehmen als Gemeinbedarfseinrichtung, da könnte für den Stadtteil und die Jugendlichen noch einiges drin sein.“

Ein weiteres Ausflugsziel am Standort Hansa ist das Nahverkehrsmuseum „Bahnhof Mooskamp“. 4500 Gäste besuchten im vergangenen Jahr den ehemaligen Betriebshof der Kokerei, um die dort ausgestellten historischen Schienenfahrzeuge, wie zum Beispiel den denkmalgeschützte Triebwagen Nr. 290, zu bestaunen. Vor allem im Sommer buchten Familien gern die Kombiführung und nutzten den Pendelverkehr zwischen der Kokerei Hansa und dem Bahnhof Mooskamp in einer Straßenbahn aus vergangener Zeit.

Die meisten Menschen führte aber ein Besuch der Kletterhalle in der früheren Turbokompressorenhalle auf das Gelände der ehemaligen Industrieanlage Hansa: 136 000 Sportler kamen 2016 ins „Bergwerk“. Mittlerweile sei die Halle weit über die Stadtteil-Grenzen hinaus beliebt, heißt es von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Das Integrierte Handlungskonzept (IHK)
  • Der Gesamtstandort Kokerei Hansa spielt auch beim Integrierten Handlungskonzept (IHK) Huckarde-Nord eine Rolle.
  • Der Bahnhof Mooskampf soll einen Neubau erhalten.
  • Zwischen Museum und Kokerei Hansa soll eine öffentliche Grünfläche entstehen.
  • Salzfabrik und Salzlager sollen saniert werden.

 

Jetzt lesen

Schlagworte: