"Komödie im Dunkeln"

WELLINGHOFEN Schwierige Stoffe und große Namen hat der Laienspielverein Bühne frei Wellinghofen noch nie gescheut. Auch im Jubiläumsjahr zum zehnjährigen Bestehen lassen sich die Schauspieler nicht lumpen: Am Wochenende feierten sie Premiere mit Peter Shaffers "Komödie im Dunkeln".

20.01.2008, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sehr abwechslungsreich wurde die "Komödie im Dunkeln" vom Laienspielverein Bühne frei Wellinghofen inszeniert.

Sehr abwechslungsreich wurde die "Komödie im Dunkeln" vom Laienspielverein Bühne frei Wellinghofen inszeniert.

Alles war so gut geplant: Der mittellose Künstler Brindsley Miller (Felix Lehmann) und seine Verlobte Mandy Melkett (Diana Kerpen) haben sich die Möbel des verreisten Nachbarn (Marcel Halft) ausgeliehen, um dem russischen Kunstmäzen George Godunow (Bernd Kalle) und dem Vater der Verlobten (Andreas Triebler) zu imponieren. Doch ein Stromausfall sorgt für gehöriges Durcheinander und lässt den Abend im Chaos versinken.

Das Stück lebt von einem genialen Kunstgriff, der dem britischen Dramatiker Peter Shaffer vor mehr als 40 Jahren zum Durchbruch verhalf: Die Bühne erstrahlt in hellem Licht, wenn für die Personen des Stückes das Licht ausgeht, und wird dunkel, sobald ein Licht entfacht wird.

Eine große Herausforderung an den Bühnenaufbau (Volker Söhn) und für die Schauspieler, die dem Publikum fast während des ganzen Stückes totale Finsternis vorspielen.

Das Bühne-frei-Ensemble meisterte diese Aufgabe und sorgte mit liebevollen Details immer wieder für Szenenapplaus. Etwa als Colonel Melkett aus dem Schaukelstuhl fällt oder Brindsley sich mit dem Fuß in der Reisetasche des Nachbarn verhakt.

Besonders abwechslungsreich wird die Inszenierung (Dominic Baehr), wenn Szenen, die im Hintergrund spielen, in den Vordergrund treten oder die schrullige Nachbarin (Marianne Stemmann) sich Schlückchen für Schlückchen am Rande der Handlung einen hinter die Binde kippt.

Witzig sind auch die plakativ naiven Kunstwerke, das geziert tuntige Auftreten des Nachbarn und das militärische Stakkato des Colonel, der die Situation mit wenigen Worten auf den Punkt bringt: "Das Problem: Dunkelheit. Die Lösung: Licht. Die Waffen: Streichhölzer und Kerzen." Doch auch er muss erkennen, dass es doch mehr braucht, um Licht in das dunkle Chaos zu bringen...  

Aufführungen sind buchbar unter Tel. 9453780 oder 0173/2122233

www.buehne-frei.de

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