Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kompromiss beim Burkiniverbot: Beim Schulschwimmen jetzt erlaubt

RN-Ortstermin

Die Wellen schlugen hoch. Beim Orstermin der Ruhr Nachrichten im Schwimmbad "Welle" wurde am Dienstag heiß diskutiert. Das Thema: Burkiniverbot im Schwimmbad. Am Ende stand ein Kompromiss.

SCHARNHORST

von Von Petra Frommeyer

, 06.03.2012
Kompromiss beim Burkiniverbot: Beim Schulschwimmen jetzt erlaubt

Das Burkiniverbot im Hallenbad Scharnhorst wurde beim Ortstermin der Ruhr Nachrichten diskutiert.

Dienstag, 13 Uhr im Café des Hallenbades Scharnhorst. Kein Platz ist mehr frei, Stadtrat Jörg Stüdemann sitzt mit am Tresen. Ortstermin mit den Ruhr Nachrichten. Das Thema: Burkiniverbot in der „Welle“. Der 1. Vorsitzende des SV Derne (Badbetreiber), Manfred Lesinski, ergreift das Wort. Er will die Wogen glätten und gibt zufrieden bekannt: „Gemeinsam mit Stadtrat Stüdemann und dem Schulverwaltungsamt haben wir einen Kompromiss in dieser Sache gefunden. Beim Schulschwimmen werden echte, enganliegende Burkinis aus Elastan erlaubt, dazu muss allerdings eine Badekappe statt einer integrierten Kopfbedeckung getragen werden. Im öffentlichen Badebetrieb und beim Frauenschwimmen bleibt es beim Burkini-Verbot.“

Ganz friedlich habe man sich mit den zwei muslimischen Elternpaaren geeinigt, die sich über das Verbot in der „Welle“ beschwert hatten, ergänzt Stüdemann. Ein Raunen geht durch den Raum. „Wir müssen uns mal wieder anpassen“, ist vielfach zu hören. „Und wie wird die Hygiene kontrolliert?“Die Lehrer seien verantwortlich dafür, dass die Kontrolle funktioniere, beispielsweise dass unter den Burkinis keine Unterwäsche getragen werde, lautete die Antwort.

Schwimmpflicht und Glaubensfreiheit: Einer, der den Spagat im Alltag schaffen muss, ist der Sportlehrer und stellvertretende Schulleiter des Evinger Heisenberg-Gymnasiums, Michael Planken. „Ich finde den Kompromiss toll, muss ihn aber dennoch hinterfragen, denn er widerspricht dem, was wir täglich erleben. Uns Lehrern würde es sehr helfen, wenn beispielsweise der Vorsitzende der muslimischen Gemeinden auf unserer Seite stände. Sein Wort hat Gewicht. Dann hätten wir gegenüber den Eltern ganz andere Argumente.“ Ahmad Aweimer, der Vorsitzende der muslimischen Gemeinden in Dortmund, sagt zu: „Ich bin offen für Vermittlung, lassen sie uns Brücken bauen. Wichtig ist, dass Mädchen die Chance haben, schwimmen zu lernen.“ Religiös verpflichtend, so Aweimer, sei das Tragen eines Burkini ab der Pubertät. Der Weg dorthin fange aber in der Erziehung streng Gläubiger schon früher an. „Was passiert überhaupt, wenn Eltern ihre Töchter nicht zum Schwimmunterricht gehen lassen?“, fragte eine Besucherin skeptisch. „Die Rechtslage ist eindeutig, dann droht den Eltern ein Bußgeld der Bezirksregierung“, antwortete die stellvertretende Schulamtsleiterin Martina Raddatz-Nowack.