Kontrastreiche Totenfeier und mit Auferstehung

Dortmunder Philharmoniker

Mahlers zweite Sinfonie ist ein Koloss, der die Grenzen der Gattung noch mehr sprengt als 71 Jahre zuvor Beethovens neunte Sinfonie. Für Brahms wurde Mahler damit zum "König der Revolutionäre". Dass diese "Auferstehungssinfonie" aber nicht nur ein gewaltiger Brocken mit Riesenorchester, Chor, zwei Solistinnen und Orgel ist, sondern dann spannend wird, wenn man Kontraste in den Vordergrund rückt, zeigte der Dortmunder Generalmusikdirektor Gabriel Feltz mit seinen Philharmonikern Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus Dortmund.

DORTMUND

, 21.10.2015, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lavinia Dames sang den Sopranpart in Mahlers "Auferstehungssinfonie".

Lavinia Dames sang den Sopranpart in Mahlers "Auferstehungssinfonie".

Fast 140 Musiker, darunter 40 Bläser, die auch von vier Positionen außerhalb des Saals die Bühnenmusiken im fünften Satz spielten, und der 68-stimmige, starke Tschechischen Chor Brünn, machten die Aufführung zum packenden und wuchtigen Erlebnis.

Das begann sanft und sehr differenziert mit der Totenfeier im ersten Satz, die Feltz zwischendurch wuchtig aufpeitschte, aber mit der Mammutbesetzung immer wieder zarte Momente der Ruhe und Resignation in den Saal stellte.

Der sentimentale Rückblick auf ein Leben und das Glück im zweiten Satz knüpfte in einem eleganten Ländler daran an. Und in den Bläser-Sarkasmen des dritten Satzes hörte man, wie "Ekel vor dem wahren Leben" klingen kann.

Warmes Urlicht

Feltz' kontrastreiche und spannungsvolle Anlage, die nicht nur die Musik kreischen und donnern, sondern immer wieder Luft holen ließ, setzte sich in den beiden Vokalsätzen fort: Tanja Ariane Baumgartner sang das "Urlicht" mit warmem, weichen Mezzo, zu dem der zarte Sopran von Lavinia Dames gut passte.

In der Auferstehungs-Apotheose des Finales, das der Chor wie aus der Ferne gesungen eröffnete, ließ Feltz dann Klänge explodieren, aber auch dieser hymnische Schluss klang nie entfesselt, sondern immer kontrolliert und spannungsvoll. Mahler sollten die Dortmunder Philharmoniker viel öfter spielen.

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