Zum Stadtfest will der Verein „Unna braucht Eis“ sein Konzept für einen Weiterbetrieb der Eissporthalle vorstellen. Beispiele für erfolgreiche Eishallenkonzepte gibt es in Unnas Nachbarschaft.

Unna

, 20.08.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Eissport soll in Unna eine Zukunft haben – das ist das erklärte Ziel des Vereins „Unna braucht Eis“. Wie sich die Vereinsmitglieder dies im Detail vorstellen und welche Rolle die renovierungsbedürftige Eissporthalle dabei spielen wird – darüber ist bisher noch nichts Genaues bekannt. Und das ist auch ganz bewusst so, wie Andreas Pietsch, zweiter Vorsitzender des Vereins, sagt. „Wir arbeiten derzeit noch intensiv an unserem Konzept und werden es erst dann vorstellen, wenn es nachvollziehbar und in den Daten belegbar ist“, so Pietsch gegenüber unserer Zeitung.

Verein rechnet mit großem Andrang

Und das soll Ende August soweit sein. Auf dem Stadtfest wird der Verein mit einem Infostand an der Bahnhofstraße vertreten sein. „Dort wollen wir unser Konzept vorstellen und es vor allem mit den Unnaer Bürgern diskutieren. Denn darauf kommt es letztlich an: Wir brauchen ein Konzept für die Eissporthalle, hinter dem Unnas Bürger stehen können“, so Pietsch. Der Verein rechnet mit viel Zuspruch und großem Andrang an ihrem Infostand. „Wir merken schon jetzt, dass das Interesse an unseren Ideen sehr, sehr groß ist“, so Pietsch.

Konzept zur Eissporthalle wird Ende August präsentiert

Ligaspiele des KJEC wird es in der Eissporthalle Unna wohl nicht mehr geben. © privat

Bisher gibt lediglich die Satzung des im Juli gegründeten Vereins Aufschluss darüber, was das Ziel von „Unna braucht Eis“ ist: „Zweck des Vereins ist die Förderung des Eissports in der Stadt Unna mit allen damit unmittelbar und mittelbar im Zusammenhang stehenden Aufgaben. Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch den Erhalt, die Unterhaltung und den Betrieb einer der Allgemeinheit zugänglichen Eissporthalle in Unna, sowie die Abhaltung eines geordneten Eissport- und Spielbetriebs und die Durchführung von eissportspezifischen Veranstaltungen, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche wenden“ heißt es unter Paragraf 3 der Satzung.

Oberliga- oder höherklassige Spiele des Eishockeysports werden nicht genannt. „Ich denke, dass diese Zeit in Unna vorbei ist“, so Pietsch. Dies könnte Auswirkungen auf die baulichen Planungen für die Halle haben, denn die Zuschauerränge sind auf Ligaspiele ausgerichtet und wären für eine Eissporthalle ohne Ligabetrieb überdimensioniert.

Die Eishallen in Unnas Nachbarschaft haben in den vergangenen Jahren ebenfalls Betreiberwechsel und Konzeptumstellungen erlebt.

Konzept zur Eissporthalle wird Ende August präsentiert

Dr. Martin Brodde betreibt die Eishalle in Bergkamen seit der Saison 2017/18 mit seiner „Spiel- und Eissportgesellschaft“ (SuE). © Borys Sarad

Beispiel Bergkamen

  • Betreiber: seit 2017 Dr. Martin Brodde mit seiner Spiel- und Eissportgesellschaft (SuE) (bis 2022 mit Verlängerungsoption)
  • Eigentümer des Gebäudes: Gemeinschaftsstadtwerke GSW Kamen-Bergkamen
  • Öffentliche Gelder (Fördergelder, Zuschüsse): 65.000 Euro pro Jahr von der Stadt Bergkamen
  • Vereine: ESV Grizzlys Bergkamen, EC Bergkamener Bären und ERC Bergkamen 1984 e.V.

Die Eishalle in Bergkamen startet im September in ihre zweite Saison unter der Leitung der von Dr. Martin Brodde gegründeten „Spiel- und Eissportgesellschaft“ (SuE). Die Besucherzahlen entwickelten sich in der ersten Saison nach einem zunächst schleppenden Beginn gut. Anfragen von Vereinen, die die Halle nutzen möchten, erhält Brodde nicht nur aus der direkten Umgebung Bergkamens. Auch Eishockey-Hobbymannschaften aus Hagen, Iserlohn und Dinslaken haben bereits nach Trainingszeiten gefragt. Die Eissportvereine aus Unna, der KJEC (Eishockey) und der KSV (Eiskunstlauf) haben von ihm Trainingszeiten in der Eishalle bekommen – dafür erhält die SuE die entsprechenden Zuschüsse von der Stadt Unna, die bisher an die Pächter der Unnaer Eissporthalle gezahlt wurden.

Konzept zur Eissporthalle wird Ende August präsentiert

Die Eishalle in Hamm wird seit 2015 von einer Genossenschaft betrieben. © privat

Beispiel Hamm:

  • Betreiber: seit 2015 Hammer Eis eG
  • Eigentümer des Gebäudes: Maximilianpark Hamm GmbH
  • Öffentliche Gelder (Fördergelder, Zuschüsse): Die Stadt zahlt seit Übernahme des Betriebs der Eissporthalle im Jahr 2015 fünf Jahre lang insgesamt 250 .000 Euro an die Hammer Eis eG. Davon sind 200 000 Euro zwingend für investive Maßnahmen vorgesehen.
  • Vereine: Lippe Hockey Hamm, Hammer Eisbären

Die Situation, in der sich die Stadt Hamm im Jahr 2015 befand, ist mit der heute in Unna durchaus vergleichbar: Die 1983 gebaute Eishalle wies einen großen Sanierungsbedarf auf, die Besucherzahlen waren zurückgegangen und die Stadt Hamm sah sich nicht in der Lage, die Kosten dafür aufzubringen. Eine Schließung der Eissporthalle wurde erwogen.

Die Initiative „Hammer Eis“ legte ein Konzept zum Erhalt der Eishalle vor, dass unter anderem vorsah, eine Genossenschaft zu gründen, die den Betrieb der Eissporthalle übernimmt. Mit einer erweiterten Gastronomie, Minijobs, energetischen Sanierungsmaßnahmen sowie gezielten Werbemaßnahmen wollte die Initiative die Eishalle retten.

Am 24. März 2015 entschied der Rat der Stadt Hamm, dass die Maximilianpark Hamm GmbH als Eigentümer der Halle einen Pachtvertrag mit der Genossenschaft aushandeln sollte. Sollte das Konzept der Genossenschaft nicht aufgehen, wird die Eishalle geschlossen.

Bereits im ersten Jahr schrieb die Genossenschaft schon schwarze Zahlen. Die abgelaufene Saison 2017/18 war knapp unter 50.000 Besuchern die bisher erfolgreichste seit Übernahme durch die Genossenschaft. Vor dem Saisonstart 2018/19 wurden unter anderem die Dusch- und Sanitäranlagen in den Kabinen saniert sowie Verschleißteile der Kälteanlage ausgetauscht. Zudem wurde eine LED-Videoleinwand bestellt.

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