Konzern will Hemmschwelle für den Ausstieg senken

Opel räumt Rückkehrrecht ein

Mit einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung hat Opel am Mittwoch die "Berufsperspektive" offiziell eröffnet. Grundsätzlich Neues brachte die Veranstaltung nicht. Mit einer Ausnahme. Ausgeschiedene Mitarbeiter haben ein Rückkehrrecht.

BOCHUM

, 19.03.2014, 12:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Allerdings erhoffen sich die Verantwortlichen von Opel, der Agentur für Arbeit sowie der TÜV Nord AG, dass möglichst viele Beschäftigte möglichst dauerhaft von Arbeit in Arbeit vermittelt werden können. Eine Prognose wollte Harald Reutter vom Vorstand der TÜV Nord AG nicht abgeben. Er verwies nur auf Erfahrungen bei früheren Projekten zur Vermittlung von qualifizierten Arbeitskräften. Dabei hätte die Quote bei 75 Prozent gelegen. Davon wiederum seien 50 Prozent direkt unbefristet eingestellt worden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass rund ein Drittel in eine sichere Stelle gewechselt sind. Wie hoch der Prozentsatz in Bochum sein kann, vermag weder bei Opel noch bei der Agentur ernsthaft einzuschätzen. Beide warben am Mittwoch jedoch ausdrücklich vor Vertretern verschiedener Unternehmen, Opelaner einzustellen. Sie seien hoch qualifiziert, teamfähig und überaus engagiert. Einige werde in der Branche bleiben können. So sind 80 Stellen im Werk Rüsselsheim zu besetzen. Weitere in Eisenach und Kaiserslautern. Aber auch bei einem Sportwagenhersteller in Baden Württemberg sind zahlreiche Stelle zu besetzen.Dass der Schritt gerade bei den vielen langjährigen Beschäftigten nicht leicht fallen wird, ist den Verantwortlichen von Opel sowie für die Partner von der Agentur für Arbeit sowie der TÜV Nord AG bewusst. „Natürlich spüre ich die Unsicherheit bei den Beschäftigten“, sagte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Agentur für Arbeit. Zugleich richtete sie den dringenden Appell an Firmen, „nicht auf den perfekten Bewerber zu warten“. Die Arbeitsagentur werde ihren Beitrag dazu leisten, die Mitarbeiter auf die neuen Aufgaben vorzubereiten. So sehr sich am Mittwoch auch alle Beteiligten bemühten, die Initiative zu loben, längst nicht alle Ängste und Sorgen konnten entkräftet werden. Der Betriebsrat, der keinen Redebeitrag hatte, verteilte gestern ein neues Flugblatt. Darin verweist er auf die noch nicht verhandelte Klage gegen die Verlagerung der Bochumer Produktion sowie auf den noch ausstehen Abschluss eines Interessenausgleichs. Beim Sozialtarifvertrag erwartet jedoch Personalvorstand Ulrich Schumacher, dass „die Gespräche bald zum Abschluss kommen.“

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