Konzert der 257ers in der Matrix

Fans feiern Schimpfworte

So dick auftragen, wie es nur geht. Das war das Motto bei dem Konzert der 257ers am Freitagabend in der Matrix. Für den Auftakt der „Wolfenbütteler Festspiele“ hatten sich die Veranstalter einiges einfallen lassen.

BOCHUM

von Sina Langner

, 05.10.2014, 15:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die junge Hip-Hop-Combo 257ers aus Essen macht mit ihren sinnfreien und meist prolligen Texten gerade Karriere.

Die junge Hip-Hop-Combo 257ers aus Essen macht mit ihren sinnfreien und meist prolligen Texten gerade Karriere.

Unter dem Motto „Schicht im Schacht“ erleuchteten die Kellergewölbe der ‚Matrix‘ in bunten Neonfarben. Klebestreifen in Orange, grün und gelb zierten jede Wand und jeden Mitarbeiter – sodass sie im Schwarzlicht hell erstrahlten. Dazu ein paar Freigetränke und die 257ers: Eine junge Hip-Hop-Combo aus Essen, die mit ihren sinnfreien und prolligen Texten gerade Karriere machen.

Ihr Hit „Baby, du riechst“ bestimmt die Radiosender. Die Fans sagen, genau das mache den Reiz des Trios aus: „Die erzählen halt voll den Quatsch“, sagt Ben Bleiders. Mit insgesamt eintausend Zuschauern ist der Konzertraum der Matrix voll. Vorne drängen sich die Menschen, als um zehn Uhr die Show beginnen soll. Licht aus, Scheinwerfer an. Auch hier ist alles in Neon eingehüllt – auch die Stars der Stunde, die unter Dauereinsatz der Nebelmaschinen die Bühne stürmen. Im Publikum herrscht neben boybandähnlicher Hysterie auch unfassbare Textsicherheit. Das Rap-Trio aus Essen veröffentlicht seit neun Jahren ihre eigenen Songs, das aktuelle Album „Boomshakkalakka“ erschien aber erst eine Woche zuvor. Trotzdem sitzt jede Zeile von „Vergleiche a la Boss“, „Gib mal ein aus“ und „Behindert“. Schimpfwörter sind fester Bestandteil des Vokabulars der 257ers und jedes einzelne davon wird zelebriert und muss vom Publikum chorisch wiederholt werden.

Warum? Weil sie es können. Die Jungs springen auf der Bühne wie angestochen herum, haben Wasserpistolen und Schlauchboote zum Crowdsurfing dabei. Ein Kinderspielplatz mit sehr rauem Umgangston. Nach nicht einmal neunzig Minuten ist der ganze Spaß dann vorbei und es gibt einen nahtlosen Übergang zur After-Show-Party. Mit viel Neon, viel Schnaps und vielen schlimmen Wörtern – mit Sicherheit auch mit viel Spaß. 

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