Konzert des Jahres: Take 6 und die Bochumer Symphoniker

BOCHUM Von diesen Jungs lässt man sich gerne die Show stehlen: Beim gemeinsamen Konzert mit der amerikanischen A-capella-Truppe Take 6 waren die Bochumer Symphoniker eher schmückendes Beiwerk.

von von Max Florian Kühlem

, 12.11.2008, 18:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Take 6 und die Symphoniker gaben in der Jahrhunderthalle ein großartiges Konzert.

Take 6 und die Symphoniker gaben in der Jahrhunderthalle ein großartiges Konzert.

Auch ohne die prominenten Mitstreiter brachten sie mit diesem Bebop-Standard die gut besuchte Jahrhunderthalle zum Kochen. Mit irrsinnig schnellen Bassläufen von Alvin Chea, mit melodischen Luftsprüngen der Tenor-Fraktion und „Mundtrompeten“-Solos von Joey Kibble. Mit unglaublich viel Gefühl und Lebendigkeit, mit selbstverständlich ausgelebter Musikalität – eben mit Soul – ersetzte das Sextett problemlos die Klangfülle eines ganzen Orchesters. Natürlich erwartete das Publikum trotzdem das Zusammenspiel mit „ihrem“ Orchester – und wurde nicht enttäuscht: Bei der ersten Nummer, dem Swing-Klassiker „Straighten Up And Fly Right“, wurde zwar deutlich, dass die klassisch ausgebildeten Musiker sich erst ins Jazz-Idiom einfinden müssen. Mit „Sweet Georgia Brown“ verschmolz man nach der Pause jedoch zu einer Einheit: Nick Bardachs Schlagzeug kam auf den Punkt genau und die Bläsersektion setzte knackige Akzente. Ein zum Dahinschmelzen schöner, erhebender Moment gelang schließlich mit dem Schmachtfetzen „Over The Hill Is Home“, den die Gruppe dem neuen US-Präsidenten Barack Obama widmete. Wem da nicht die Tränen in den Augen standen, der hatte kein Herz.

Das Publikum bewies, dass es ein ebenso großes Herz hat, wie Take 6 es den Symphonikern bescheinigte („ein wirklich, wirklich, wirklich gutes Orchester!“): Gleich mehrmals spendeten die begeisterten Zuschauer Standing Ovations.